Zwei weitere Jahre für Wilms

4. Februar 2005, 12:48
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Fixiert: Der Intendant des Deutschen Theaters bleibt in Berlin

Berlin - Der Intendant des Deutschen Theaters, Bernd Wilms, bleibt weiter in Berlin. Der Berliner Kultursenator Thomas Flierl (PDS) und Wilms hätten sich am Donnerstag über eine Fortsetzung von Wilms Intendanz ab 2006 für weitere zwei Jahre geeinigt, teilte die Kulturverwaltung der Stadt am Abend mit. Flierl werde mit Wilms unverzüglich Verhandlungen aufnehmen. Am Vortag hatte eine Findungskommission einen Verbleib von Wilms im Amt empfohlen.

Der von Flierl ursprünglich vorgesehene Wilms-Nachfolger Christoph Hein hatte im Dezember überraschend einen Rückzieher gemacht. Daraufhin hatten sich Stimmen sowohl von politischer Seite als auch aus dem Theater selbst für eine Vertragsverlängerung mit Wilms gemehrt.

Hin und her

Es wurde unter anderem die Hoffnung geäußert, dass dann der jetzige Intendant der Münchner Kammerspieler, Frank Baumbauer, für den Posten frei wäre. Baumbauer war schon früher einmal für das Deutsche Theater im Gespräch. Sein Vertrag läuft im August 2009 aus. Baumbauer nannte Berlin vor wenigen Tagen "eine der spannendsten Theaterstädte überhaupt".

Wilms hatte seinen Vertrag ursprünglich nicht verlängern wollen. Unter anderem hatte er den Personalabbau von 350 auf 280 Mitarbeiter kritisiert. Flierl wiederum war unzufrieden mit der Leistung des Theaters. Er hatte Wilms vorgeworfen, unter anderem mit Peter Zadek und Robert Wilson die gleichen Regisseure zu verpflichten wie das Berliner Ensemble. Wilms war im Sommer 2001 vom Maxim Gorki Theater an das verschuldete Deutsche Theater gewechselt.

"Kein Lückenbüßer"

Bernd Wilms empfindet die Verlängerung seiner Amtszeit bis 2008 als "große Verlockung". Die Unterstützung aus dem Ensemble, aber auch aus der Stadt habe ihn dazu bewogen, den Vorschlag von Berlins Kultursenator Thomas Flierl (PDS) anzunehmen, sagte Wilms am Freitag. Auch das Votum der Findungskommission habe ihn "beeindruckt und bewegt", ergänzte der Intendant. "Das Haus braucht Klarheit."

In den Vertragsverhandlungen, die nächste Woche beginnen, gehe es unter anderem um Mittel zur Vergrößerung des Ensembles und Geld für bauliche Maßnahmen, sagte der Intendant. Plötzlich gehe seine Zeit am Deutschen Theater nicht zu Ende, sondern sei gerade mal auf der Hälfte. "Ich freue mich sehr." Ursprünglich wollte Wilms 2006 gehen. Eine Findungskommission hatte Flierl eine Verlängerung von Wilms' Vertrag empfohlen. Er fühle sich nicht als "Lückenbüßer", meinte Wilms. Wenn er 2008 gehe, dann sei er 67 Jahre alt. "Das muss ja dann mal reichen." (APA/dpa)

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    Bernd Wilms

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