Neustart der jüdischen Zeitschrift "Aufbau"

2. Februar 2005, 14:48
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1934 in New York gegründet

Die jüdische Zeitschrift "Aufbau" ist neu gestartet - in Form eines Monats-Magazins. Letzten Herbst hatte die Zürcher Jüdische Medien AG (JMAG) die Verlagsrechte an der traditionsreichen Emigrantenzeitung aus New York gekauft und einen Neustart ermöglicht. Äußerlich ähnelt der neue "Aufbau" dem jüdischen Wochenmagazin "Tachles", das beim gleichen Verlag erscheint.

Zu aktuellem Anlass steht bei der Nummer 1 das Thema Gedenkfeiern für Auschwitz im Zentrum. Ferner finden sich darin Beiträge über ethische Probleme der Soldaten in Israels Armee sowie ein Aufsatz des Theologen Hans Küng über die geschichtlichen Umbrüche bei den drei abrahamischen Religionen. Der deutsche alt Bundespräsident Johannes Rau schreibt über "Deutschlands Mitverantwortung für Israel".

"Aufbau" war 1934 in New York gegründet worden. Zur Zeit der Nazis war die Zeitschrift eine wichtige Stimme der deutschsprachigen Emigration. Sie veröffentlichte Beiträge von Thomas Mann, Albert Einstein und Hannah Arendt. Nach Kriegsende setzte sich der "Aufbau" für die Aussöhnung mit dem Nachkriegsdeutschland ein.

Das Blatt stand vor einem Jahr vor dem Konkurs, wurde dann aber von der JMAG übernommen. "Aufbau" will weiterhin einen politisch liberalen Journalismus betrieben und sich als kosmopolitische jüdische Stimme verstanden wissen. (APA/sda)

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