Uni Krems: Scheidender Präsident

12. Februar 2005, 15:17
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Während seiner Amtszeit schien nicht nicht immer die Sonne über der Weiterbildungseinrichtung

Wien - Der Präsident hat ausgedient, ab 1. Februar wird an der Donau-Universität (DU) Krems ein Rektor amtieren. Neben dem Titel wird aber auch die Person an der Spitze der Einrichtung wechseln: Neo-Rektor Helmut Kramer löst den seit 1999 amtierenden Präsidenten Werner Fröhlich ab. Während Fröhlichs Amtszeit schien nicht immer nur die Sonne über der universitären Weiterbildungseinrichtung. Dennoch blickt der scheidende Präsident "mit Freude" auf die Jahre in Krems, wie er im Gespräch mit der APA mitteilte.

Fröhlich war bereits im ersten Jahr seiner Tätigkeit mit einer Studie konfrontiert, welche die Zukunftschancen der Donau-Uni in Frage stellte. Die anderen Universitäten würden in Zukunft verstärkt Weiterbildungsmöglichkeiten anbieten und so der DU das Wasser abgraben, hieß es damals. Ohne universitäre Grundausbildung würde die Kremser Weiterbildungsstätte ins Hintertreffen geraten. Fröhlich ging darauf hin in die Offensive und forderte - bisher vergeblich - ein Promotions- und Habilitationsrecht für die DU.

Ein besonderer Dorn im Auge war die DU offensichtlich der 2002 aus dem Parlament ausgeschiedenen FPÖ-Abgeordneten Sylvia Paphazy. So kritisierte Paphazy wiederholt die Bezeichnung "Universität" für die Kremser Einrichtung, 2001 warf sie Fröhlich und der DU "maßlose Verschwendung von Steuergeldern" und intransparente Finanzgebarung vor. Im gleichen Jahr trat auch der langjährige Rektor der Universität für Bodenkultur (Boku) Wien, Leopold März, als Vorsitzender des DU-Kuratoriums zurück. März ortete damals dringenden Handlungsbedarf in Sachen Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement. Fröhlich hat die Anschuldigungen stets zurück gewiesen.

Auch der Abgang des Präsidenten ging nicht ganz glatt über die Bühne. So hatte sich Fröhlich auch für die künftige Funktion eines Rektors beworben, war aber nicht einmal zu einem Hearing eingeladen worden.

Ungeachtet der Turbulenzen hat die Zahl der Studenten an der DU in den vergangenen Jahren beständig zugenommen. Heute kann Fröhlich auf mehr als 3.000 verweisen. Das Budget der Donau-Uni beträgt über 30 Millionen Euro, wobei mehr als drei Viertel des Budgets selbst erwirtschaftet werden. Besonders stolz ist Fröhlich auf einen Vertrag mit Bund und Land, der die Mittelzuteilung bis 2009 regelt, und das in Zeiten, wo andere Forschungs- und Bildungseinrichtungen praktisch jährlich ums Budget kämpfen müssen.

Handlungsbedarf für die Zukunft ortet Fröhlich in puncto wissenschaftlicher Exzellenz. Hier sei die nötige kritische Masse nur punktuell überschritten, eine quantitative Ausweitung sei wünschenswert. Wenn dieser Mangel behoben sei, wäre es in zwei, drei Jahren wieder Zeit, über ein mögliches Promotionsrecht an der Donau-Uni nachzudenken. (APA)

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    Es schien nicht immer die Sonne, dennoch blickt der scheidende Präsident Werner Fröhlich "mit Freude" auf die Jahre an der Donauuni Krems zurück.

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