Wie Forderungen schneller zu Geld werden

24. September 2007, 15:01
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Ein komplizierter Name, ein einfaches System: Asset Backed Securities verhelfen KMU zu neuen Finanzierungsperspektiven

ABS bereichert nicht nur Fahrzeuge, sondern auch Unternehmen. Als Abkürzung für "Asset Backed Securities" beschreibt es eine Finanzierungsform, die im deutschsprachigen Raum noch relativ wenig verbreitet ist, und das besonders bei den Klein- und Mittelbetrieben.

Vereinfacht gesagt ermöglichen es ABS, Forderungen vorzufinanzieren, dadurch die eigene Zahlungsfähigkeit zu erhöhen, ohne sich zusätzlich zu verschulden. Das funktioniert so: Handelsforderungen, aber auch Leasingverträge werden bei ABS-Transaktionen an eine so genannte Einzweckgesellschaft verkauft. Diese zahlt dem Forderungsverkäufer einen Preis, der Transaktionskosten und Risikoabschläge (unter anderem die Ausfallwahrscheinlichkeit des Forderungsschuldners) berücksichtigt.

Forderung als Wertpapier

In der Folge emittiert die Einzweckgesellschaft Wertpapiere, im Wert der Forderungen und refinanziert sich so bei den Investoren. Beim Unternehmen, das die Forderungen verkauft hat, verringert sich das Umlaufvermögen um die Forderungen und erhöht sich danach um die Einnahmen aus dem Forderungsverkauf. Der Vorteil: Die liquiden Mittel, die bei der ABS-Transaktion eingehen, können direkt zur Tilgung von Schulden verwendet werden.

Asset backed Securities ermöglichen somit eine optimale Gestaltung der Bilanzierung je nach den Bedürfnissen des Unternehmens: Die Verbesserung der Gesamtkapitalrentabilität führt zu einer höheren Bonität - und damit auch zu einer höheren Chance auf Bankkredite.

Nicht im Verzug

Für eine Refinanzierung durch ABS gelten jedoch besondere Voraussetzungen. Leistung oder Lieferung laut Vertrag müssen bereits erbracht worden, die Forderungen mit einem Ablaufdatum versehen worden sein. Die zum Verkauf bestimmten Forderungen dürfen nicht im Verzug und nicht angefochten worden sein. Außerdem müssen die verkauften Forderungen klar identifizierbar sein, um sie vom nicht verkauften Forderungsbestand abgrenzen zu können.

Ein weiterer Forteil der ABS-Transaktion: Sie lehrt Unternehmer und Unternehmerin, das Mahnungswesen auf Trab zu halten, klare Ablauffristen zu setzen und auf Risiken zu achten. Daraus ergibt sich ein weiterer positiver Effekt für die Kreditwürdigkeit - und für das Bankenrating. (mas)

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    Asset backed securities (ABS) verhelfen zu Liquidität und besserer Kreditwürdigkeit

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