MakroMarkt kauft Elektro Haas - Expansion mit beiden Marken

4. Februar 2005, 10:32
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Herbert Haas zieht sich aus gesundheitlichen Gründen zurück - Kauf wurde aus Cash-flow finanziert - Umsatz 2005 soll auf 111 Mio. euor steigen - Synergien vor allem bei Aktionen

Die 2003 in einem Management Buy-out übernommene Elektrohandelskette MarkoMarkt setzt einen weiteren "Expansionsschritt". Rückwirkend zum 1. Jänner 2005 wird der Wiener Elektrohändler Haas übernommen. Firma und die Marke (!)haas sollen erhalten bleiben. Haas setzt mit derzeit einem Groß-Standort in Gerasdorf bei Wien und 106 Mitarbeitern 41,3 Mio. Euro um, sagte Makromarkt-Geschäftsführer und Mehrheitseigentümer Branko Mihajlov heute, Mittwoch, vor Journalisten in Wien. Der Umsatz von MarkoMarkt lag 2004 mit 5 Märkten und 187 Mitarbeitern bei 51,9 Mio. Euro.

Herbert Haas, bisher Alleineigentümer der Haas Elektro GmbH, verkauft "schweren Herzens" aus gesundheitlichen Gründen, wie er heute betonte. Er trenne sich von einem Unternehmen, "dem es blendend geht". Elektro Haas habe keinen Euro Bankschulden und den höchsten Cash-flow von allen mittelständischen Händlern der Branche. Das 1968 gegründete Unternehmen hatte sich 1999 völlig neu positioniert, mehrere Standorte geschlossen und sich am neuen rund 5 Mio. Euro teuren Standort im Norden Wiens voll auf Service konzentriert. Der Verkauf an MarkoMarkt garantiere ihm, dass die Idee und das Team weiterleben werden, so Haas. Der bisherige Geschäftsführer Wolfgang Pelz bleibt für Haas verantwortlich.

Über den Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. MarkroMarkt finanziert die Übernahme aus den Einnahmen eines Sale & Lease-Back-Deals, bei dem zwei Standorte an die Immofinanz verkauft und zurückgemietet wurden. Auch Mihailov betonte, dass die Markomarkt-Eigentümerfirma Pro Markt, die zu 51 Prozent ihm und zu je 24,5 Prozent den beiden Mittelstandsfinanzierungsgesellschaften Konos und Gaja gehört, keine Bankverbindlichkeiten habe.

Mit der Übernahme steige MakroMarkt in eine neue Liga auf und werde ein neuer Big Player, so Mihajlov. Erklärtes Ziel der Nummer 3 im Markt sei es, die Nummer 2 zu überholen. Dazu soll in den nächsten Jahren mit beiden Marken expandiert werden: Haas soll im Premiumsegment positioniert bleiben und mit Beratung und Service punkten, MakroMarkt als eine Art Hofer des Elektrohandels gegen MediaMarkt und Saturn antreten. MakroMarkt wird 2005 drei neue Standorte in Hartberg (Steiermark), Klagenfurt und Wels eröffnen und weitere Märkte umbauen. Der Schwerpunkt der Aktivitäten wird laut Mihajlov weiter im Osten Österreichs liegen. Die Expansion in die östlichen Nachbarländer sei derzeit kein Thema, ebenso wenig wie weitere Akquisitionen.

2005 soll der Nettoumsatz der beiden Unternehmen auf 111 Mio. Euro steigen. Synergien aus der Übernahme erwartet der MakroMarkt-Chef vor allem beim Einkaufsvolumen und im gemeinsamen Aktionsmanagement. Die möglichen Einsparungen beziffert Haas mit 1 bis 2 Prozent vom Umsatz, was in der Branche enorm sei.

Der Umsatz der gesamten Elektrohandelsbranche hat sich2004 nach vorläufigen Zahlen erstmals nach vielen Jahren zumindest nicht mehr reduziert. Für 2005 werden sogar wieder Zuwächse erwartet, so Haas. Die Hoffnungen liegen in erster Linie auf Flachbildschirm-Fernsehern und dem Zusammenwachsen von Computer und Unterhaltungselektronik-Welt. Das Eindringen der Lebensmittelketten und Diskonter in den Elektrohandel sei vor allem bei einfacheren Produkten "ein Thema". Bei kleineren Haushaltsgeräten sei das Umsatzwachstum im Nicht-Fachhandel 2004 bereits größer gewesen als bei den eigentlichen Elektrohändlern.

Die ab August geplante Elektronikschrott-Verordnung, die die Händler zur Gratis-Rücknahme von Altgeräten verpflichtet, sei in der jetzigen Form "inakzeptabel", weil sie zu intransparent sei, sagte Haas. (APA)

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