Deutschlands Wirtschaft auf dem Weg aus der Schwächephase

4. Februar 2005, 13:37
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Ifo-Index: Firmen bleiben trotz abgeschwächter Weltkonjunktur und starkem Euro weiter optimistisch

Berlin - Die Verlangsamung des Wirtschaftswachstums in Deutschland ist nach Einschätzung von Ifo-Konjunkturexperte Klaus Abberger noch nicht ganz überwunden. Die jüngste Ifo-Umfrage liefere jedoch Anzeichen für eine Verbesserung der Binnenkonjunktur.

"Die Lageverschlechterung zeigt, dass die Schwächephase noch nicht vollständig überwunden ist - aber es ist nur eine Phase", sagte Abberger am Mittwoch. Darauf deute die Verbesserung der Geschäftserwartungen bei gleichzeitiger Verschlechterung der Geschäftslage in der jüngsten Ifo-Umfrage hin. Insgesamt war der Ifo-Index im Jänner auf 96,4 von 96,2 Punkten im Dezember gestiegen.

Firmen weiter optimistisch

Trotz der Eintrübung der Exporterwartungen durch die Abschwächung der Weltkonjunktur und den starken Euro seien die Firmen nicht pessimistischer geworden, sagte Abberger.

"Dies deutet darauf hin, dass das Inlandsgeschäft die erwartete Abschwächung beim Export zumindest teilweise ausgleichen kann." Eine deutliche Verlangsamung der Weltwirtschaft bleibe dennoch eine große Gefahr für die deutsche Wirtschaft, da die Binnenkonjunktur dies keinesfalls wettmachen könne.

Die Verbesserung der Erwartungen im Einzelhandel nannte Abberger ebenfalls ermutigend, auch wenn sich die Lage im Jänner nach der deutlichen Verbesserung im Weihnachtsgeschäft etwas verschlechterte. "Das Geschäft hat sich zumindest stabilisiert", sagte Abberger.

Inlands-Investitionen ziehen an

Ifo-Volkswirt Gernot Nerb erwartet außerdem, dass auch die Firmen die Binnenwirtschaft stützen werden. "Es sieht so aus, als sollten die inländischen Investitionen etwas mehr in Gang kommen", sagte er Bloomberg TV. Der starke Euro habe die Exporterwartungen etwas gedämpft, die stärkere Zuversicht über die Binnennachfrage habe allerdings überwogen.

Insgesamt sind die Signale für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland nach Einschätzung des Ifo-Instituts im neuen Jahr positiv. "Insgesamt bleiben wir bei unserer Wachstumsprognose von 1,2 Prozent für dieses Jahr", sagte Nerb dem Sender CNBC.

"Wenn sich dieser positive Trend fortsetzt, könnten wir uns auch ein bisschen mehr in die von der Regierung erhoffte Richtung bewegen." In ihrem am Mittwoch vergelegten Jahreswirtschaftsbericht geht die Regierung für dieses Jahr von einem Wachstum von 1,6 Prozent aus. (APA/Reuters)

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