Spiegel-Gruppe nimmt auch 2005 zweistellige Rendite ins Visier

2. Februar 2005, 14:46
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Im Bereich Fernsehen steigt Spiegel TV in das Abonnementfernsehen ein

Die Verlagsgruppe um das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" nimmt auch für 2005 eine zweistellige Umsatzrendite ins Visier. Dieses Ziel habe die Gruppe 2004 erreicht, sagte Geschäftsführer Karl Dietrich Seikel in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Im Bereich Fernsehen steigt Spiegel TV in das Abonnementfernsehen (Pay-TV) ein und will von März an Programminhalte über das digitale Angebot von Kabel Deutschland verbreiten.

Der Umsatz 2004 der Spiegel-Gruppe, zu der unter anderem das Wirtschaftsblatt "manager magazin", Spiegel TV und der Online-Anbieter Spiegelnet gehören, liegt nach ersten Berechnungen bei rund 310 Mio. Euro. "Wir kommen im Vorjahresvergleich auf ein Wachstum von knapp einem Prozent", berichtete Seikel. Angesichts der allgemeinen Wirtschafts- und Konsumflaute bezeichnete er den leichten Zuwachs als "in Ordnung". Der Spiegel-Verlag mit dem Nachrichtenmagazin und seinen Ablegern wie "KulturSpiegel", "SPIEGEL special" und "UniSpiegel" liege stabil bei rund 228 Mio. Euro Umsatz. Ergebniszahlen werden traditionell nicht genannt.

Wachstumsmöglichkeiten im Bereich Digital-TV

Für Spiegel TV sieht der Geschäftsführer auch im Bereich des digitalen Fernsehens Wachstumsmöglichkeiten. Mit seinen Programmen - wöchentlich werden über 1.000 Sendeminuten produziert - und den Angeboten des Informationsprogramms XXP "ist SPIEGEL TV/XXP für Kabel Deutschland sehr attraktiv", sagte Seikel und ergänzte: "Auch damit wollen wir Geld verdienen." Weitere Einzelheiten nannte er nicht, da über das Geschäftsmodell Stillschweigen vereinbart worden sei. Der mit dctp seit 2001 betriebene Sender XXP bietet Nachrichten, Magazinsendungen und Dokumentationen.

Sorgen bereitet der Medienbranche nach wie vor das Anzeigengeschäft. "Wir haben keinen brillanten Start in dieses Jahr", berichtete Seikel. Die Branche hoffe aber wegen des Trends zu kurzfristigeren Buchungen, die Einbußen vom Jahresanfang in den nächsten Quartalen ausgleichen zu können. Auch in der Spiegel-Gruppe seien 2004 im vierten Jahr in Folge nochmals Rückgänge verzeichnet worden - "im Volumen, nicht im Umsatz", sagte Seikel zu den Buchungen.

Erfreuliche Entwicklungs der Abonnements

Erfreut zeigte sich Seikel über die Entwicklung der Abonnements des Nachrichtenmagazins. Von der verkauften Auflage im 4. Quartal 2004 von 1,076 Mio. Exemplaren gehen 442.663 an feste Bezieher. "Branchenweit gehen Umsätze und Verkaufsstellen im Einzelhandel zurück, wir konnten die Verluste jedoch mit einem guten Abo-Geschäft ausgleichen." Trotz intensiver Abo-Marketingaktivitäten will Seikel den Einzelverkauf nicht vernachlässigen: "Der Einzelhandel ist neben dem Abonnement die wichtigste Vertriebsschiene, denn er gibt unmittelbaren Aufschluss über die Akzeptanz des Produkts und ist daher für die Redaktionen ein wichtiger Gradmesser für die Qualität des Angebots an den Leser." Die Zahl der Mitarbeiter in der Gruppe soll auch 2005 stabil bei etwas mehr als 1.400 bleiben. (APA/dpa)

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