Salzburg: Olympia-Anleihe ohne Dividende

4. Februar 2005, 11:20
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Private sollen die Kandidatur der Mozartstadt um die Austragung der Olympischen Winterspiele 2014 finanzieren

Salzburg - Geht es nach Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SP), werden sich Land und Stadt Salzburg bei der Bewerbung für die Austragung der Winterspiele 2014 weit gehend ausklinken - zumindest was die Finanzierung angeht. Die am Montag vom Österreichischen Olympischen Komitee (ÖOC) Salzburg zuerkannte Bewerbung wurde von der Landesregierung und Bürgermeister Heinz Schaden (SP) zwar bejubelt, das Geld dafür sollen aber Private aufbringen. Burgstaller schlägt vor, eine eigene Olympia-Anleihe aufzulegen, um "möglichst keine Steuermittel" einzusetzen. Für potenzielle Investoren weniger attraktiver Nachsatz: Dividenden werde es vermutlich keine geben. Derzeit ist aber ohnehin nicht geklärt, wie die Bewerbungsgesellschaft überhaupt strukturiert sein soll.

Geschätzte Kosten sieben Millionen Euro

Nach ersten Kostenschätzungen der Stadt soll der inzwischen dritte Anlauf Salzburgs für die Austragung von Winterspielen etwa sieben Millionen Euro kosten. Für die Kandidatur 2010 wurden mehr als neun Millionen ausgegeben. Die Einsparung ist möglich, da man auf viele Vorarbeiten von der Bewerbung 2010 zurückgreifen kann.

Bevor Salzburg darangehen kann, die Delegierten des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) zu überzeugen, dass Spiele in Österreich attraktiver wären als etwa in Südkorea, Schweden oder - wahrscheinlich - Bayern, gilt es erst einmal die Skeptiker daheim zu überzeugen. Diese stellen, glaubt man Umfragen lokaler Medien, derzeit in der Landeshauptstadt die Mehrheit. Stimmungstest ist eine für April angesetzte Bürgerbefragung. Diese ist für die Stadtregierung und den Gemeinderat zwar nicht bindend, dass die Befragung aber von einer einzigen parteifreien Gemeinderätin per Unterschriftenaktion binnen weniger Tage erzwungen werden konnte, wird vor allem von Bürgerliste und Grünen als Anzeichen für die geringe Begeisterung der Bevölkerung gewertet.

Entscheidung bis Ende Juli

Bürgermeister Schaden hat wiederholt betont, dass der Gemeinderat laut Stadtrecht nicht verpflichtet sei, das Ergebnis der Bürgerbefragung zu respektieren. Bis Ende Juli muss jedenfalls eine Entscheidung stehen; am 28. Juli ist beim IOC für die Kandidaturen Nennschluss. (neu, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 26.1.2005)

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    Nach ersten Schätzungen soll der inzwischen dritte Anlauf Salzburgs für die Austragung von Winterspielen etwa sieben Millionen Euro kosten.

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