Wien ist sechstreichste Region in der EU

4. Februar 2005, 10:54
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London, Brüssel und Luxemburg an Spitze - In Österreich nur Burgenland und NÖ nicht über EU-25-Schnitt

Brüssel/Luxemburg - Wien ist nach Angaben des EU-Statistikamtes Eurostat die sechstreichste Region in der EU. Nach den am Dienstag veröffentlichten Statistiken lag die Bundeshauptstadt 2002 beim regionalen Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner hinter dem Zentrum von London, der Region Brüssel, Luxemburg, Hamburg und dem Pariser Ballungsraum "Ile-de-France". Sechs der zehn ärmsten EU-Regionen liegen dagegen in Polen.

Nur NÖ und Burgenland nicht über EU-Schnitt

Mit Ausnahme von Niederösterreich und des Burgenlands lagen 2002 alle österreichischen Regionen über dem Schnitt der 25 EU-Mitgliedsstaaten, wobei sich weiterhin ein deutliches West-Ost-Gefälle zeigt. Hinter Wien mit 173,7 Prozent des EU-Schnitts rangieren Salzburg (136,0), Vorarlberg (127,8), Tirol (126,7), Oberösterreich (115,0), Steiermark (103,9) und Kärnten (101,6). Niederösterreich erreichte 99,5 des EU-Schnitts.

Das Burgenland liegt mit 83,3 Prozent deutlich über der 75-Prozent-Fördergrenze für Ziel-1-Gebiete und wird, wie bereits länger bekannt, diese Mittel somit in Zukunft verlieren. Der dreijährige Durchschnitt, der letztlich für die Berechnungen entscheidend ist, bestätigt dies: Von 2000 bis 2002 lag das BIP pro Kopf im Burgenland bei 83,0 Prozent des EU-Durchschnitts. Das Nachbarland Slowenien, das als eine Region behandelt wird, hatte von 2000 bis 2002 im Schnitt ein regionales BIP von 74,4 Prozent des EU-Schnitts und lag 2002 mit 75,3 Prozent knapp über der Ziel-1-Fördergrenze. Der Anspruch des Landes auf Ziel-1 Förderungen steht damit auf sehr wackeligen Beinen.

Londoner City on top

Das Zentrum von London liegt mit 315 Prozent des Durchschnitts unangefochten an der Spitze der wohlhabendsten EU-Regionen. Demgegenüber erreichen die fünf ärmsten Regionen Lubelskie, Podkarpackie, Warminsko-Mazurskie, Podlaskie und Swietokrzyskie (alle in Polen) nur Kaufkraftstandards in Höhe von 32 bis 36 Prozent des EU-Schnitts. Von den insgesamt 59 Regionen unter der 75-Prozent-Grenze befinden sich 16 in Polen, sieben in Tschechien, je sechs in Ungarn und Deutschland und fünf in Griechenland. (APA)

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