Schlacht um Internet-Nachrichtenportale

3. Februar 2005, 13:34
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Onlinewerbung löst zweiten Boom aus

News- und Informationsportale im Internet sind 2005 wieder stark gefragt. Die Schlacht um die Übernahme des Finanznewsportals CBS MarketWatch deutet auf einen erneuten Boom der bis vor kurzem noch schwächelnden dot.com-Industrie. Dow Jones & Company, zu der auch die Onlineversion des Wall Street Journals gehört, konnte sich gegenüber der New York Times, Viacom und Gannett durchsetzen und hat den Zuschlag bekommen die Finanznews Site marketwatch.com für 519 Mio. Dollar zu kaufen.

Drei-Jahres-Plan

Gordon Crovitz, Präsident von Dow Jones & Company, will im Rahmen eines Drei-Jahres-Plans Online-Newsportale aufkaufen, um der wachsenden Nachfrage nach Onlinewerbung gerecht zu werden. Seinen Berechnungen zu Folge können nämlich das Wall Street Journal Online der wachsenden Nachfrage nicht genügend Werbeplatz bieten, berichtet die New York Times. Dieses Problem versuchten auch andere Medienunternehmen auf die gleiche Weise zu lösen, was als weiteres Zeichen eines Comebacks der Onlineportale zu deuten ist.

9,7 Mrd. Dollar Onlinewerbung

Eine Studie von Merrill Lynch ergab, dass sich in den USA 2004 die Onlinewerbung auf 9,7 Mrd. Dollar belief. Das entspricht 3,7 Prozent der gesamten Werbeausgaben in den USA. Die Studie erwartet für 2005 einen sprunghaften Anstieg auf 19 Prozent, da die größten Werber in den USA ihre Werbebudgets von Print- und TV-Medien stärker auf das Internet verlagern werden.

"Man kann schließlich nicht einfach Yahoo kaufen"

Die Schlacht um die noch verbliebenen Onlineportale hat längst begonnen. Im August vergangenen Jahres kaufte Viacom das Internet Sportmagazin Sportsline.com um 46 Mio. Dollar und die Washington Post holte im Dezember das Onlinemedium Slate an Board. "Wenn man sich umschaut gibt es nicht mehr viele Wege ins Internet rein zu kommen. Die Firmen sind entweder verschwunden oder sie haben sich konsolidiert. Viele sind nicht übrig geblieben. Man kann schließlich nicht einfach Yahoo kaufen", so ein Experte von Think Equity Partners gegenüber der New York Times. (pte)

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