Hitiag Leinen schließt Garnproduktion in Stadl-Paura

3. Februar 2005, 14:46
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Produktionsstandort sei "im Kostenkampf unterlegen" - Sozialplan und Arbeitsstiftung für 90 Mitarbeiter

Linz - Die Lambacher Hitiag Leinen AG schließt die Trockengarnproduktion in Stadl-Paura (Bezirk Wels-Land) in Oberösterreich. Wie es gegenüber der APA heißt, soll die Produktion am Standort Stadl-Paura noch diese Woche eingestellt werden.

Der Produktionsstandort sei "im Kostenkampf unterlegen", hieß es in einer Pressemitteilung der Geschäftsführung. Für 90 von der Auflassung der Produktion betroffene Mitarbeiter verhandle der Vorstand gemeinsam mit Arbeiterkammer und Gewerkschaft einen Sozialplan.

Arbeitsstiftung

Dabei solle eine Arbeitsstiftung errichtet werden. Der Unternehmenssitz bleibe in Stadl-Paura. Mit dieser Entscheidung solle der Erhalt von Lambacher Leinen als eigenständiges wettbewerbsfähiges Unternehmen abgesichert werden, argumentierte die Firmenleitung.

Die Lambacher Hitiag Leinen AG habe in der europäischen Leinengarnindustrie einen Marktanteil von rund zehn Prozent. Um den Erhalt von Lambacher Leinen als eigenständiges wettbewerbsfähiges Unternehmen zu sichern, wurde Mitte 2003 mit einem umfassenden Restrukturierungsprogramm begonnen, hieß es in der Aussendung.

Dieses sah vor, dass zwei Kompetenzzentren errichtet werden - die Nassgarnproduktion in Tolna/Ungarn sowie die Trockengarnproduktion in Stadl-Paura. Parallel dazu wurde Anfang 2004 die Geschäftsleitung mit einem führenden internationalen Leinengarnmanager verstärkt. Ziel sei es gewesen, beide Standorte mit einem positiven Cash-Flow erfolgreich in die Zukunft zu führen.

Angespanntes Marktumfeld

Das Marktumfeld für die Leinengarnindustrie sei angespannt, teilte das Unternehmen mit. Die Nachfrage sei in der Saison 2004 gegenüber den Vorjahren klar rückläufig gewesen. "Der Grund liegt vor allem im aggressiven Wettbewerb der chinesischen Anbieter, die mit Dumpingpreisen den europäischen Markt bedrohen". Der Ausblick auf 2005 sei durch den Beitritt Chinas zur WTO noch dramatischer als 2004.

Der neue Vorstand sehe die Zukunft des Unternehmens in der Produktion von Nassgarnen in Tolna. Dabei solle Lambacher Leinen sich im europäischen Leinenmarkt als verlässlicher Anbieter qualitativ hochwertiger Garnen etablieren.

Firmensitz bleibt in Stadl-Paura

Dafür werde der Maschinenpark in Tolna technisch aufgerüstet. Die Trockengarnproduktion am Standort Stadl-Paura werde nicht weitergeführt. Der Sitz des Unternehmens bleibe in Stadl-Paura, ebenso wie Teile der Verwaltung sowie die Lagerverwaltung.

Die landeseigene Technologie- und Marketinggesellschaft (TMG) entwickle für den Standort Stadl-Paura eine Initiative für Betriebsansiedlungen. Dabei solle auf der Liegenschaft der Lambacher Hitiag Leinen AG für zukunftsträchtige Unternehmen die Chance für eine günstige Betriebsansiedlung geschaffen werden, teilte die Firmenleitung mit. (APA)

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