Wirtschaft beklagt fehlende Fachkräfte und "schlechte" Lehrlinge

4. Februar 2005, 13:39
161 Postings

Fast jedes zweites Unternehmen will Mitarbeiter einstellen, Suche wird aber allgemein als "schwierig" bezeichnet - Mit Infografik

Wien - Trotz hoher Arbeitslosigkeit ist der Bedarf an qualifizierten Facharbeitern in Österreich weiter gestiegen. Dies geht aus der halbjährlich durchgeführten Umfrage des Fessel-GfK-Instituts zum Arbeitskräftebedarf der heimischen Wirtschaft hervor, die am Dienstag von Wirtschaftsbund-Generalsekretär Karlheinz Kopf, der Präsidentin der Niederösterreichischen Wirtschaftskammer, Sonja Zwazl, und Studienleiter Peter Ulram präsentiert wurde. 46 Prozent der befragten Unternehmen haben derzeit Bedarf an Mitarbeitern, 86 Prozent der Befragten bezeichnen die Suche als schwierig.

Damit hat sich die Situation im Jahresvergleich deutlich verschärft: Vor einem Jahr gaben lediglich 38 Prozent der Unternehmen an, Arbeitskräfte zu suchen, 81 Prozent bezeichneten damals die Suche als schwierig.

Besonders rege Nachfrage besteht bei Facharbeitern. 67 Prozent der Unternehmen, die Personal suchen, wollen Facharbeiter einstellen. 31 Prozent suchen Lehrlinge, 25 Prozent Hilfsarbeiter, 22 Prozent suchen leitende Angestellte, 19 Prozent Büropersonal und nur 5 Prozent EDV-Spezialisten

Lehrlinge werden deutlich schlechter beurteilt

Traurig fällt in der aktuellen Fessel-GfK-Studie die Beurteilung der Lehrlinge aus. 65 Prozent der Befragten gaben an, dass sich die durchschnittliche Qualität der Jugendlichen, die sich für eine Lehre bewerben oder diese beginnen, "stark bzw. eher gesunken" ist. Ein Viertel der Befragten war der Meinung, dass sich am Niveau nichts verändert hat, nur 10 Prozent gehen von einer Verbesserung aus.

Um die Frauenbeschäftigung zu erhöhen, müssen aus Sicht der Unternehmen flexiblere Arbeitszeiten möglich sein. Dies wünschen sich 88 Prozent der Unternehmerinnen beziehungsweise 87 Prozent aller Wirtschaftstreibenden. Darüber hinaus müssten Kinderbetreuungseirichtungen gefördert werden und die steuerliche Berücksichtigung der Kosten für Betreuungshilfen möglich sein.

Die Erhebung von Fessel GfK wird seit vier Jahren halbjährlich durchgeführt und basiert auf der Befragung von 500 Unternehmen. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.