WKÖ fördert Dienstleistungs-Exporte

4. Februar 2005, 11:05
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Leitl: Dienstleistungsexporte sind Hebel für Warenlieferungen - Ein Euro an Dienstleistungsexport zieht sieben Euro an Warenexport nach sich - Mit Infografik

Wien - Österreichisches Know-how sei gefragt, es gelte jedoch, das vorhandene Potenzial für den Export von Dienstleistungen besser zu nützen, sagte Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien.

Österreich sei bereits jetzt in manchen Bereichen wie der Energie- und Umwelttechnologie "sehr stark, wenn nicht sogar Weltklasse", meinte Leitl. Über eine verstärkte Kooperation mit der Außenwirtschaftsorganisation (AWO) im Rahmen der Exportoffensive "go international" sowie einer Schwerpunktsetzung im Bereich der Ausbildung sollen nun Österreichs Dienstleistungsexporte angekurbelt werden, weil diese "ein zusätzlicher Hebel für Warenexporte" seien: "1 Euro Dienstleistungsexport zieht 7 Euro Warenexport nach sich."

Laut Berechnungen des Industriewissenschaftlichen Instituts (IWI) bringe jede zusätzliche Million Euro an exportierten Dienstleistungen eine Wertschöpfung von 0,8 Mio. Euro im Inland und schafft 17 Arbeitsplätze, berichtete Leitl.

400 Prozent Plus seit 1980

Österreichische Dienstleistungen seien jedoch schon jetzt weltweit gefragt, dies zeigen die "dynamischen Steigerungsraten" von 400 Prozent seit 1980 von 8,6 auf 43 Mrd. Dollar (32,9 Mrd. Euro). Im Vergleich dazu konnte der führende Dienstleistungsexporteur USA seine Exporte um 655 Prozent steigern. Deutschland verzeichnete hingegen einen Anstieg von 349 Prozent und die Niederlande von 278 Prozent. Besondere Dynamik bei Österreichs Dienstleistungsexporte habe es in den Bereichen Telekom, Versicherungen und EDV gegeben.

Auch bei einem WTO-Vergleich von Absolutwerten des Jahres 2003 liege Österreich unter den Top 10. Die USA nehmen mit einem Wert an Dienstleistungsexporten von 287,7 Mrd. Dollar den ersten Platz ein, gefolgt von Großbritannien mit 143,4 Mrd. Dollar und Deutschland mit 115,6 Mrd. Dollar.

Exporte als "running horse"

Die Exportwirtschaft sei nach wie vor "maßgebliche Stütze" des österreichischen Wirtschaftswachstums, betonte Leitl. Von den drei Pferden, die Österreich zur Verfügung habe - Inlandskonsum, Investitionen, Außenwirtschaft - seien die Exporte in den vergangenen Jahren das "running horse" gewesen: So seien 2004 Österreichs Exporte um 12 Prozent auf 88 Mrd. Euro gestiegen, die Importe legten um 10 Prozent auf 88 Mrd. Euro zu. Damit habe Österreich die zweitbeste Handelsbilanz der Zweiten Republik erreicht - "und das bei erschwerten Rahmenbedingungen wie einer schwachen Konjunkturlage, hohen Energiekosten und politischen Irritationen", sagte Leitl. Dieses Exportplus schaffe im Inland 80.000 Arbeitsplätze.

Trotz der aktuellen Euro/Dollar-Relation geht die Wirtschaftskammer davon aus, 2005 wieder ein Exportplus von 6,5 Prozent zu erreichen. Die Importe sollen heuer um 6,3 Prozent zulegen, so die Prognosen der WKÖ. Wie bereits im Vorjahr setzte die Außenwirtschaft auch heuer wieder - neben dem Hauptexportland Deutschland - auf Exporte nach Nordamerika und Asien. Vor allem KMU sollen besser motiviert werden, in Österreichs Nachbarländer, die mit dem EU-Beitritt zu Ziel-1-Regionen wurden, zu gehen. (APA)

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