Onlinepionier bei mobilen Inhalten

18. Februar 2005, 14:09
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Es ist erstaunlich, wie sehr das Thema alle Beteiligten interessiert, mit Ausnahme vielleicht der User

Die Rolle des Vorreiters bringt viele Verpflichtungen mit sich. In diesem Fall geht es darum, die Erwartungshaltung aller Beteiligten zu erfüllen, ob Gesellschafter, Mitarbeiter, Kunden oder User - sofern das überhaupt vernünftig ist.

Was vernünftig ist oder nicht, ist so eine Sache, aber das wäre das Thema für einen anderen Beitrag. Jedenfalls ist es erstaunlich, wie sehr das Thema mobile Inhalte alle Beteiligten interessiert, mit Ausnahme vielleicht der User. Nicht, dass es keine Nutzer der mobilen Angebote gibt, im Gegenteil. Absolut gesehen werden durchaus beeindruckende Zugriffszahlen erreicht. Setzt man die Daten allerdings in Relation zur Website, sind diese Zahlen dann doch verhältnismäßig gering.

Trotzdem wurde derStandard.at seinem Ruf als Onlinepionier wieder einmal gerecht und startete Ende 1998 mit dem pocketSTANDARD das erste mobile Service. Mit diesem Angebot konnten die Nutzer die komplette Zeitung auf Palmtops herunterladen.

Als dann 1999 das erste WAP-Produkt angeboten wurde, waren am Markt noch kaum WAP-fähige Handys erhältlich. Ein Jahr später wurden dann schon alle tagesaktuellen Inhalte des Newsrooms für HTML-fähige Browser angeboten, im Jahr 2003 wurden diese dann auch im WAP-Format zur Verfügung gestellt.

Mobile Inhalte scheinen besonders für Führungskräfte im gehobenen Alter interessant sein. Zum einen, da diese über ein relativ uneingeschränktes Kommunikationsbudget verfügen und somit die mit dem Download verbundenen Kosten in Kauf nehmen. Zum anderen, da sie oft ihre unzureichenden PC-Kenntnisse kompensieren, indem sie die Möglichkeiten der neuesten Handsets, die sich eigentlich nur diese Zielgruppe überhaupt leistet, voll auskosten. Der Supportaufwand, den diese Zielgruppe erzeugt, wird übrigens bei uns nicht zeitlich erfasst, es wäre wohl zu frustrierend für den Controller.

Viele User haben aber nicht nur aufgrund der relativ hohen Kosten auf die Nutzung mobiler Angebote verzichtet, sondern auch wegen der eingeschränkten Darstellungsmöglichkeiten und der komplizierten Handhabung der Handys. Inzwischen sind aber mit den neuesten Smartphones Geräte am Markt, die dank entsprechender Bildschirmgrößen und Farbdisplays Inhalte auf Knopfdruck schnell und gut lesbar darstellen können.

Und da die Telekomunternehmen zudem die Kosten für die Nutzung von Datendiensten gesenkt haben, sind mobile Inhalte und Services jetzt für ein breites Publikum interessant, was auch steigende Nutzerzahlen zeigen.

Insofern hat sich das Pionierdasein langfristig wieder ausgezahlt, auch wenn die Tücken von WML, xHTML auf Handsets oder PML und auch die Eigenheiten der diversen anderen mobilen Darstellungsdialekte den Programmierern und Projektleitern in der Vergangenheit große Sorgen bereitet haben. (Alexander Mitteräcker)

  • derStandard.at startete Ende 1998 mit dem pocketSTANDARD das erste mobile Service,  1999 wurde das erste WAP- Produkt angeboten.

    derStandard.at startete Ende 1998 mit dem pocketSTANDARD das erste mobile Service, 1999 wurde das erste WAP- Produkt angeboten.

  • Artikelbild
    foto: derstandard.at
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