Die 499-€-Versuchung

8. Februar 2005, 14:24
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Der Mac mini, Apples eben präsentiertes 499-Euro-Einsteigermodell, wird für manche PC-Benutzer, die durch den iPod auch auf Apples Computer neugierig geworden sind, eine billige Versuchung sein, einem Mac einen Platz daheim zu geben. Dabei steht eine Frage im Vordergrund, die Bernd K. aus Düsseldorf via Mail stellte: "Sieht ja hübsch aus und ist auch billig, aber kann ich das Ding auch für die Arbeit verwenden, die ich zu Hause erledigen will?"

Kommt drauf an; aber fast immer kann man am Mac das- selbe durchschnittliche Arbeitspensum erledigen wie mit einem Windows-PC. Und daneben bietet der Mac eine Reihe von Vorteilen - nicht der geringste sein Schutz vor Viren und Würmer ist, die über die E-Mail hereinkommen.

Macs arbeiten mit denselben Standardprogrammen, mit denen wir unsere Arbeit am PC erledigen, allen voran Microsoft Office. Das bedeutet nicht, dass man Windows-Software einfach am Mac installieren kann, es braucht dafür eine eigene Mac-Version (wie Microsoft Office 2004, die sogar jünger als Office 2003 für Windows ist und ein paar beherrscht, die unter Windows fehlen), was auch Teil der Umstiegskosten ist. Es gibt aber auch billige Alternativen, die mit den Microsoft-Formaten (großteils) zurechtkommen.

Die Dateien, die mit diesen Mac-Versionen von Windows-Programmen erstellt werden, sind jedoch in beiden Welten zu Hause - um ein Word- oder Exeldokument zu bearbeiten, ist es egal, ob es von einem Mac oder einem PC kommt, der Benutzer wird dies nicht einmal erkennen.

Daneben gibt es Programme, die einem lieb geworden sind, die man selten braucht und nicht neu anschaffen will (zum Beispiel ein Buchhaltungsprogramm für Freiberufler). So verwendet der STANDARD ein Windows-only Redaktionssystem. Auch dafür gibt es eine Lösung: Microsoft Virtual PC stellt dem Mac-Benutzer einen Windows-PC als Software zur Verfügung, mit dem diese Programme ausgeführt werden können (diese Kolumne wurde so geschrieben).

Virtual PC kann einen leistungsfähigen PC nicht ersetzen, aber für solche Aufgaben ist es eine ausreichende Brücke und hat sogar einen Vorteil gegenüber einem richtigen PC: Wenn es von einem Virus infiziert wird, kann es den Mac nicht schaden.

Was ist der Nutzen? Da ist die Viren- und Wurmfreiheit, eine Plage der letzten Jahre, die Macs nicht berührt hat. Microsoft argumentiert, dass dies mit der geringen Verbreitung von Macs zu tun hat, was Apple bestreitet; aber selbst wenn es so wäre: Es ist eine Tatsache, die man sich zunutze machen kann.

Weiterhin kann Apple bei vielen Details mit seiner einfacheren Bedienung punkten und braucht weniger technische Unterstützung als ein Windows-PC. Der Apple-eigene Internetbrowser Safari ist besser als der in die Jahre gekommene Explorer. Und für die leichte Handhabung von Medien aller Art, von Musik über Bilder aus der Digitalkamera bis zu Video ist Apples iLife-Software schwer zu überbieten.

Wer der 499-Euro-Versuchung erliegt, wird diese Einfachheit noch bei einem weiteren Detail schätzen: Mit dem Programm Move2Mac können alle persönlichen Daten über ein USB-Kabel vom PC problemlos übersiedelt werden. (a href="mailto:helmut.spudich@derstandard.at">Helmut Spudich, Der Standard, Printausgabe 22./23.1.2005)

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