Heinz L. Havelka 1941–2005

3. Februar 2005, 14:46
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Der Gremialvorsteher des heimischen Fahrzeughandels, Ex-Vienna-Präsident und Honda-Händler starb am vergangenen Samstag im 64. Lebensjahr

Wien – Er konnte manchmal ziemlich emotional werden. "Der Herr Kommerzialrat möchte Sie gerne sprechen", ließ er über sein Sekretariat ausrichten. Und dann legte er los. Denn für seinen Fachhandel setzte sich Heinz Leo "Honda" Havelka mit offener und auch öffentlicher Leidenschaft ein, vor allem, wenn er in der Zeitung etwas lesen musste wie: "Rabatte für Autos so hoch wie nie zuvor."

Seit er 1997 Gremialvorsteher des heimischen Fahrzeughandels wurde, konnte er viel erreichen, musste sich aber auch von seiner eigenen Partei in der Regierung einiges anschauen lassen (Havelka kandidierte für die VP bei der Gemeinderatswahl): Erarbeitet wurde etwa ein Mustervertrag für Gebrauchtwagenkäufe. Abgeschafft wurde hingegen die jährlichen "Pickerl"-Überprüfungen.

Der gelernte Kfz-Techniker war Verkaufsleiter bei einem Jaguar-Händler, bevor er sich 1971 selbstständig machte. 1979 wurde er Honda-Händler in Wien 18. Mit dem Aufstieg der Japan-Marken wuchsen Vermögen und Ansehen des Mannes mit den stahlblauen Augen – seine Benefiz-Adventmärkte boten den ORF-Seitenblicken stets gute Drehkulissen. Einige Jahre war Havelka Präsident seines Lieblingsfußballklubs Vienna. Auch nach seinem Abgang waren die Klubfarben Gelb und Blau erste Wahl bei Krawatten. Seiner Tochter Janina ermöglichte er eine fundierte Ausbildung in den USA, sie ist Juniorchefin des Betriebes.

Havelka brach vorigen Mittwoch während einer gewohnt emotional gehaltenen Rede beim Neujahrsempfang des Branchendienstleisters EurotaxGlass in Wien zusammen. Drei Tage kämpften die Ärzte im AKH um sein Leben. Er verstarb am Samstag im 64. Lebensjahr. (szem, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 25.1.2005)

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    foto: standard/andy urban
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