Klagenfurter Stadion: FPÖ klagt "profil"

2. Februar 2005, 13:10
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Strutz: "Ich lasse mir den guten Ruf der FPÖ-Kärnten nicht ruinieren" - Kronzeuge hat die Vorwürfe der Parteispende zurückgenommen

Klagenfurt - Der Kärntner FPÖ-Obmann Martin Strutz hat im Zusammenhang mit den Parteispenden-Vorwürfen eine Klage gegen das Nachrichtenmagazin "profil" angekündigt. "Es wird gegen alle Personen rechtlich vorgegangen, die Derartiges in der Öffentlichkeit behauptet haben, auch gegen Personen im Klagenfurter Rathaus", sagte Strutz am Montag.

"Der konstruierte Skandal ist sehr schnell zusammengebrochen", meinte der FPÖ-Landeschef. Trotzdem könne man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Strutz: "Ich lasse mir den guten und sauberen Ruf der FPÖ-Kärnten nicht ruinieren."

Vorwürfe zurückgenommen

Der vom Nachrichtenmagazin "profil" angeführte Kronzeuge hat seine Anschuldigungen bezüglich Parteispenden an die FPÖ im Zuge der bevorstehenden Errichtung eines Stadions zurückgenommen. Es habe sich um eine "falsche Einschätzung" gehandelt, ließ er die "Kleine Zeitung" wissen.

"profil" beruft sich in seinem Bericht auf den Brief des Grazer Architekten und Mitgliedes der unabhängigen Vergabekommission, Hermann Eisenköck, an den Vorsitzenden der Kommission. Darin heißt es, Vertreter des Baukonzerns Bauholding Strabag hätten "Anspruch" auf den Zuschlag erhoben und dies unter anderem mit Parteispenden für die FPÖ begründet. Auch habe man in die Vorgeschichte des Stadions schon sehr viel Geld investiert. Das Projekt sei "von höchster Stelle" der Strabag versprochen worden.

"Falsche Einschätzung"

Jetzt sagte Eisenköck, es hätte sich um eine falsche Einschätzung gehandelt, die er bereits zurückgenommen habe. Das habe er auch "profil" gegenüber klargestellt. Er habe die Vorgeschichte nicht gekannt, so der Architekt gegenüber der "Kleinen Zeitung". Die Strabag-Leute hätten gemeint, dass die Firma auf Wunsch von Landeshauptmann Jörg Haider schon während des Wahlkampfes mehrere Projekte vorbereitet und insofern auch viel Geld investiert habe. "Wahlkampfunterstützung war das nur insofern, als Haider ein Projekt brauchte, aber nicht als Geldleistung an die Partei", wird Eisenköck zitiert.

Zuvor hatten sowohl Bauholding-Vorstandsvorsitzender Hans-Peter Haselsteiner als auch Haider und der Kärntner FPÖ-Chef Martin Strutz die Vorwürfe zurückgewiesen. Das Fußball-Stadion war schon in den vergangenen Monaten heftigst diskutiert worden. Dabei ging es zuerst um den Standort und die Finanzierung und zuletzt um die Art des Vergabeverfahrens. Haider sowie auch vom Bund eingesetzte "Obergutachter" hatten hier einige Mängel festgestellt. Seit wenigen Tagen ist das 66-Millionen-Projekt aber wieder auf Schiene. Die Vergabe soll im Februar erfolgen. Das Projekt umfasst neben dem Stadionbau auch die Errichtung eines Ballsportzentrums und einer Fußballakademie.(APA)

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