Peres warnt vor iranischer "Nuklearoption"

3. Februar 2005, 19:04
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Israels Vizepremier: "Brutstätte für alle Gefahren des Nahen Ostens, die gesamte internationale Gemeinschaft betrifft"

Jerusalem - Der israelische Vizepremier Shimon Peres hat vor einer Atomgefahr durch den Iran gewarnt. Die Welt müsse gegen eine "Nuklearoption" Teherans mobil machen, sagte der Vorsitzende der Arbeiterpartei am Montag dem israelischen Militärradio. Der Iran sei die "Brutstätte für alle Gefahren des Nahen Ostens" geworden. Dieses Problem betreffe die gesamte internationale Gemeinschaft, nicht nur Israel, sagte Peres.

Israel soll nach Medienberichten über detaillierte Pläne zur Zerstörung iranischer Atomanlagen verfügen. Mit einem spektakulären Lufteinsatz hatte Israel 1981 den mit französischer Hilfe errichteten irakischen Atomreaktor "Osirak" zerstört. Die iranischen Revolutionswächter (Pasdaran) hatten mehrmals gedroht, Israel würde "von der Weltkarte verschwinden", sollte es versuchen, die iranischen Atomanlagen anzugreifen. Falls es zu einem solchen Angriff kommen sollte, wäre die iranische Reaktion solcherart, dass Israel zu existieren aufhören würde.

Diplomatischer Weg

Im Streit um das iranische Atomprogramm wollten die USA zunächst versuchen, eine Lösung auf dem diplomatischen Weg und durch wirtschaftlichen Druck zu finden, sagte Peres. Washington schließe einen militärischen Angriff nicht aus, "aber die Entscheidung liegt bei ihnen". Washington verdächtigt den Iran, mit seinem Atomprogramm verdeckte militärische Zwecke zu verfolgen.

Teheran dagegen behauptet, sein Programm diene lediglich der Energiegewinnung zu friedlichen Zwecken. Die EU-Staaten Deutschland, Frankreich und Großbritannien wollen mit dem Iran ein Abkommen erzielen, bei dem Teheran den Verzicht auf den Bau von Atomwaffen garantiert und im Gegenzug wirtschaftliche und technologische Unterstützung erhält. (APA/AFP)

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