Toni Sailer überrascht mit Rücktritt

6. Februar 2005, 14:37
8 Postings

Ski-Ikone und Rennleiter: "Man muss wissen, wann es an der Zeit ist zu gehen"

Kitzbühel - Toni Sailer tritt überraschend als Rennleiter der Kitzbüheler Hahnenkamm-Rennen zurück. Der 69-Jährige gab im Rahmen der Mannschaftsführersitzung am Sonntagabend bekannt, dass der Super G am Montag der letzte Einsatz für ihn als langjähriger Rennleiter sei. Sailer wurde von den Mannschaftsführern und den Funktionären des Kitzbüheler Skiclubs mit "Standing Ovations" bedacht.

"Jetzt müssen Jüngere ran"

"Auftreten ist leicht, gehen ist schwer", kommentierte der im November 70 Jahre alt werdende Sailer seinen überraschenden Schritt, den er mit seinem Alter begründete. "Man muss wissen, wann es an der Zeit ist zu gehen. Jetzt müssen Jüngere ran." Sailer, der bei den Hahnenkammrennen seit Jahren nicht wegzudenken war, war der am längsten dienende Rennleiter in Österreich.

"Er möchte mit fast 70 Jahren nicht mehr 16 Stunden pro Tag bei extremen Minusgraden auf der Piste stehen. Und dann hat er uns aufgeheitert, und gesagt, dass die Zeit der Muppetshow, bei der zwei alte Herren an der Hausbergkante stehen, vorbei sei. Jede Show müsse einmal zu Ende gehen", berichtete Schreyer zum Rücktritt Sailers.

Hansi Hinterseer als Nachfolger?

Der PR-Chef ist sich auch bewusst, dass es schwierig wird, einen Nachfolger mit ähnlichen Qualifikationen zu finden: "Denn Sailer war eine Ikone für Kitzbühel. Der goldene Toni, im Showbiz verankert, ein Profi im Renngeschehen mit sehr guten Kontakten zur FIS. Aber wir müssen schnell einen Nachfolger finden."

Nun soll eine ähnliche Kultfigur wie Sailer her. "Wir hätten gerne jemanden aus Kitzbühel, denn der Kitz-Spirit gehört einfach hinein. Ein Einheimischer kämpft auch viel mehr für das Rennen", sagte Schreyer, dem auch sofort ein Name einfallen würde: "Hansi Hinterseer wäre sicherlich eine ideale Besetzung. Die Frage ist, ob er Zeit hat."

Hinweis auf Modernisierungsmaßnahmen

Sailer hatte beim 65. Hahnenkamm-Rennen mehrfach darauf hin gewiesen, dass der Traditions-Veranstaltung der Verlust von Rennen drohe, sollten nicht Modernisierungsmaßnahmen auf Infrastruktur-Ebene erfolgen. Kitz-Höhepunkte gibt es für Sailer viele. Der Sieg von Hermann Maier zwei Jahre zuvor, die perfekte Fahrt von Stephan Eberharter im Vorjahr und auch der Slalom am Sonntag mit zwei Tirolern voran. "Das war schon etwas Besonderes", sagte Sailer.(APA)

Share if you care.