Auf dem Weg zum geeinten Bankenriesen an der Börse

18. Februar 2005, 14:30
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Das riesige Osteuropa-Netzwerk von Raiffeisen International bereitet seinen Börsengang in Wien vor. Rudolf Vogl formt die Gruppe im Bereich der Human Resources

Raiffeisen International (RI) ist mit über 900 Geschäftsstellen in 16 zentral- und osteuropäischen Märkten tätig. Rudolf Vogl ist seit einem halben Jahr für die Human Resources (HR) der RI zuständig und war davor in dieser Funktion bei Eli Lilly und Gallaher.

Angesichts des für kommendes Frühjahr geplanten Börsengangs der RI macht er nun Tempo: Gemeinsame Prinzipien und Vernetzung sollen die über 23.000 Mitarbeiter in der RI verbinden.

Aufbau und gleichzeitig Expansion in einem stark umkämpften Markt heißt seine Herausforderung. IT-Transfer, Kompatibilität der Systeme und flexibler Produkttransfer in Märkte, in denen sich Konten, Privatkredite und Darlehen erst entwickeln, gehören zur Basisarbeit. Gleichzeitig müssen die lokalen Teams auch für die Expansion in den Märkten selbst gestärkt werden.

Hauptproblem ist laut Vogl: "Das Angebot an Top-Bankern etwa in Rumänien und Bulgarien ist nicht groß, daher ist die Mannschaft ständig Target anderer Marktteilnehmer, die Leute werden ständig angesprochen."

Neben den üblichen kompensatorischen Leistungen für lokale wie auch für Expats sei die Mitarbeiterbindung via Unternehmenskultur dabei ein zentraler Faktor. "Wir hatten zuletzt in Bulgarien einen Spitzenbanker, der deswegen wieder zu uns zurückgekehrt ist." Wobei: "Natürlich ist in diesen Märkten die Bezahlung das grundlegende Element."

Bei der Implementierung von HR-Prozessen konzentriert er sich derzeit auf die Entwicklung der ersten und zweiten Ebene und filtert mit dem US-Unternehmen Lominger anhand von Kompetenzprofilen jene Kompetenzen heraus, die RI-Führungskräfte haben - und brauchen. Vogl: "Daraus ergeben sich dann die adäquaten Entwicklungsmaßnahmen."

Großzügiges Entsenden habe der Personalpool der RI in Wien ja nicht erlaubt. In Bulgarien seien derzeit zwei, in Rumänien drei Entsandte vor Ort. Allerdings sagt Vogl: "Wenn lokale Manager einmal internationale Erfahrung gesammelt haben, dann steigen ihre Gehälter derzeit ziemlich schnell an", was rasch zu einer großen Spreizung im Unternehmen führe. (Der Standard, Printausgabe 22./23.1.2005)

Von Karin Bauer
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