Prada trennt sich von Helmut Lang

3. Februar 2005, 14:46
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Stardesigner steigt aus seinem Unternehmen aus – Italienische Modegruppe behält weiterhin 100-prozentige Kontrolle

Rom - Die italienische Modegruppe Prada trennt sich vom österreichischen Stardesigner Helmut Lang, wird aber weiterhin die 100-prozentige Kontrolle seines Modeunternehmens bewahren. Dies berichtete die US-Wirtschaftszeitung "Wall Street Journal" (WSJ) in seiner Montag-Ausgabe. Pradas Geschäftsführer, Patrizio Bertelli, wird selbst die Leitung der in New York beheimateten Gruppe Helmut Lang übernehmen, hieß es im Bericht.

Beteiligung im Oktober aufgestockt

Prada hatte im August 1999 einen 51-prozentigen Anteil an der Gruppe Helmut Lang übernommen und die Beteiligung im Oktober 2004 auf 100 Prozent aufgestockt. Nach der kompletten Übernahme seines Unternehmens durch Prada war Helmut Lang in seinem Unternehmen als Designer geblieben.

Laut WSJ plant Bertelli eine Umstrukturierung der Gesellschaft, die Ende 2004 einen Umsatz von 30 Mio. Euro verzeichnet hatte. Ziel ist eine Steigerung des Umsatzes der Gruppe. Prada hat 2.648 Mitarbeiter und 19 Produktionsstätten. 75 Prozent der Produktion werden in 65 Länder exportiert. Prada mit annähernd 1,5 Mrd. Euro Jahresumsatz soll noch bis Ende 2005 in Mailand an die Börse gehen.

Zweiter Abgang innerhalb kurzer Zeit

Erst im vergangenen November hatte sich Prada von der Hamburger Stardesignerin Jil Sander getrennt. Die Jil Sander AG gehört seit 1999 mehrheitlich der italienischen Prada-Gruppe.

Laut Sander wollte Bertelli das Budget für die Konzernmarke Jil Sander kürzen, um den Konzern für die Börseneinführung auf Gewinn zu trimmen. Ein Sparkurs hätte jedoch preiswertere Stoffe und einfachere Verarbeitung der Jil-Sander-Modelle bedeutet. Die Modedesignerin wollte keine Abstriche an der Qualität ihrer Kollektion hinnehmen und schied freiwillig aus. (APA)

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    Nach Jil Sander verlässt nun auch Helmut Lang die Prada-Gruppe.

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