Angst vor Industriespionage: US-Behörden untersuchen Verkauf von IBMs PC-Sparte

1. Februar 2005, 12:49
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Transaktion könnte noch platzen

Der von dem US-Computerhersteller IBM geplante Verkauf seiner PC-Sparte an die chinesische Lenovo-Gruppe könnte einem Agenturbericht zufolge am Veto der US-Behörden scheitern. Mitglieder des für ausländische Investitionen in den USA zuständigen Komitees CFIUS hätten Sorgen um die nationale Sicherheit angemeldet, berichtete die Agentur Bloomberg am Sonntag unter Berufung auf mit der Situation vertraute Kreise. Das Komitee befürchte, Mitarbeiter von Lenovo würden benutzt, um Industriespionage zu betreiben.

Zusammensetzung

Das CFIUS besteht aus elf US-Behörden, unter anderem aus dem Verteidigungsministerium und dem Ministerium für Heimatschutz. Das Finanzministerium hat den Vorsitz. IBM hatte im Jänner mitgeteilt, im Rahmen der Anträge bei verschiedenen Behörden auch beim CFIUS die Zustimmung zum geplanten Verkauf der PC-Sparte beantragt zu haben. Von der US-Wettbewerbsbehörde hatte das Unternehmen bereits grünes Licht bekommen.

Unterlagen

Ein IBM-Sprecher in Armonk im US-Staat New York bekräftigte am Sonntag, das Unternehmen habe die nötigen Unterlagen bei CFIUS eingereicht und arbeite mit allen Regierungsbehörden zusammen. Ein Sprecher des Finanzministeriums wollte keine Stellungnahme zum Vorgehen von CFIUS abgeben. Das Komitee prüft Käufe von US-Unternehmen durch ausländische Investoren, um sicher zu gehen, dass die Transaktionen nicht die nationale Sicherheit der USA gefährden.

Exemplarisch

Im Jahr 2003 hatte die Behörde den geplanten Verkauf von Global Crossing an Hutchison Whampoa aus Hongkong wegen Gefahren für die nationale Sicherheit untersagt. Bei einer Übernahme hätte die chinesische Firma die Kontrolle über die Unterwasser-Kabelnetzwerke der Firma erlangt. (APA)

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