Viel Angebot an Dach-Hedgefonds

24. Mai 2005, 18:00
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Dach-Hedgefonds locken durch ihre Investition in viele Subfonds mit weniger Risiko als Einzelinvestments in die alternative Produktwelt

Im Vorjahr sind sie durch Ertragseinbrüche ein wenig in Misskredit geraten, auch wurden Spekulationen laut, wonach der gewaltige Mittelzufluss wohl an der Performance knabbert werde, trotzdem: An der Attraktivität von Hedgefonds als alternative Anlageklasse, die konstante Erträge abseits des Auf und Ab von Aktienkursen verspricht, hat sich nichts geändert.

Das zeigt auch die Fülle von Dach-Hedgefonds, die seit dem Vorjahr von heimischen Kapitalanlagegesellschaften auf den Markt gekommen sind. Ob die Produkte halten, was sie versprechen, nämlich konstante Erträge über dem Marktdurchschnitt, müssen sie erst beweisen. Empfohlen werden sie jedenfalls als Beimischung zwecks Stabilisierung des Portfolios.

Schneller Start

  • Das Rennen um die ersten heimischen Dach-Hedgefonds machte die Salzburger Spängler KAG, mit zwei Produkten gemeinsam mit Tremont Capital. Die Fonds werden von Rupert Allan gemanagt.

  • Auch der Bawag SPhinX Dach-Hedgefonds wurde noch im Februar unmittelbar nach dem gesetzlichen "Go" 2004 gelauncht. Der Fonds versucht durch ausgesuchte Investments in 40 Hedgefonds aus neun verschiedenen Sub-Stilen des S&P Hedge Fund Index langfristige Erträge zwischen fünf und zehn Prozent pro Jahr zu erzielen.

  • Oppenheim folgte im vergangenen Mai mit einem österreichischen Dach-Hedgefonds. Verwaltet wird der Oppenheim Attica Multi Hedge Fonds von Attica LJH.

  • Auch der Dach-Hedgefonds der Constantia kam im Mai auf den Markt. Er will langfristig eine jährliche Rendite zwischen acht und 14 Prozent erzielen. Das Management besorgt European Investment Managers, wo man nach rein qualitativen Kriterien die besten Hedgefonds auswählt.

  • Im Oktober lag dann der Raiffeisen-Hedge-Dachfonds zur Zeichnung auf. Für das Management hat sich Raiffeisen Capital Management den mittlerweile fünften internationalen Partner an Bord geholt; nämlich den weltweit zweitgrößten Finanzdienstleister American International Group, kurz AIG, mit Hauptsitz in New York. Die Banker unterm Giebelkreuz wollen auf Basis aktiven Managements nachhaltig einen überdurchschnittlichen Ertrag bei geringem Risiko erzielen.

  • Am 21. Oktober startete schließlich die Hypo KAG mit dem neuen Premium Selection Hedgefonds . Der von der Schweizer Privatbank Union Bancaire Privée verwaltete Fonds strebt einen jährlichen Ertrag von sechs bis neun Prozent an. Die Volatilität soll dabei bei zwischen vier und sechs Prozent liegen.

  • Mitte Dezember lief die Zeichnungsfrist für den neuen Dach-Hedgefonds der Volksbank an. Der Alternative Selection investiert in rund 20 Single-Hedgefonds unterschiedlicher Strategien.

    Im Unterschied zu den anderen heimischen Produkten hat man sich bei der Volksbank aber dem internationalen Trend folgend dafür entschieden, die Asset Allokation und die Managerselektion nicht aus der Hand zu geben, der Fonds wird von Ulrich Baumann in der KAG gesteuert. Auch der Kostenaspekt aus Anlegersicht sei dafür mitentscheidend gewesen.

    Das Anlageziel lehnt sich an Anleihen an: "Bei einer Volatilität von maximal vier Prozent wollen wir den Euribor jährlich mindestens um 300 Basispunkte schlagen." (kremer, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 24.01.2005)

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