Andrew Lloyd Webber hat Verkaufsabsichten

3. Februar 2005, 14:46
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Der König des Musicalgeschäfts denkt über einen Verkauf seines Imperiums nach - Wert wird auf 730 Millionen Euro geschätzt

Der Komponist Andrew Lloyd Webber habe eine Anfrage bezüglich des Verkaufs seines Imperiums erhalten, sagte eine Sprecherin. Die Aktivitäten des Komponisten sind seit 1997 in einer Gesellschaft namens Really Useful Group gebündelt.

Experten gehen davon aus, dass Webber für das Unternehmen bis zu 500 Mio. Pfund (730 Mio. Euro) erlösen könnte. Zudem soll es noch ein Angebot für einige Theater im Londoner West End geben, die Webbers Unternehmen zusammen mit der Private-Equity-Gesellschaft Bridgepoint betreibt.

Hintermänner noch im Dunkeln

Noch ist unklar, wer hinter den Angeboten steckt. Es gilt aber als sicher, dass es Interessenten aus der Unterhaltungsindustrie sein dürften. Als ein Name wurde der amerikanische Radiogigant Clear Channel genannt, dem schon einige Theater gehören und der groß im Unterhaltungsgeschäft mitmischt.

Beide Gesellschaften arbeiten bereits miteinander. Webber selbst hat sich mittlerweile eine Investmentberatungsfirma, wohl aber noch keine Investmentbank zur Seite gestellt.

Schlechter Geschäftsmann

Der Vorstandschef der Really Useful Group, Bill Taylor, soll sich mit den Plänen Webbers alles andere als einverstanden erklärt haben. In einem Interview hatte Webber eingeräumt, ein "sehr, sehr schlechter Geschäftsmann" zu sein.

Manchmal sei er möglicherweise auch schlecht beraten worden. Jeder glaube, mit den Musicals und Theatern lasse sich permanent ein Vermögen verdienen, tatsächlich habe die Gesellschaft aber große Schulden.

Die letzten veröffentlichen Zahlen stammen aus dem Geschäftsjahr 2002/03, das am 30. Juni 2003 endete. Danach ist der Vorsteuergewinn der Gesellschaft von 4,04 auf 3,35 Mio. Pfund zurückgegangen.

Der Umsatz sank von 31,8 auf 30,7 Mio. Pfund. Viele Häuser gehören modernisiert. Eine Studie hatte die benötigten Finanzmittel für die rund 40 West-End-Theater auf 250 Mio. Pfund beziffert. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 24.01.2005)

Inken Prodinger aus London
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    In Österreich hatte das Musical "Cats" 1983 Premiere und lief im Theater an der Wien und später im Ronacher sieben Jahre lang bis 1990.

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