Drei Knoten für ein touristisches Halleluja

4. Februar 2005, 11:10
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Im "Austrian Network for eTourism" in Innsbruck, Salzburg und Krems soll auf elektronischem Weg möglichst effizient nach Gästen gefischt werden

Durch Konzentration möglichst vieler mit E-Business befasster Kräfte soll der österreichischen Tourismusindustrie ein Turbo zugeschaltet werden.

"Die Branche ist zwar beim Einsatz modernster Kommunikationstechnologien gut aufgestellt; durch bessere Vernetzung des Wissens wäre aber mehr herauszuholen", ist der Geschäftsführer der Anet GmbH, Ferdinand Posnik, im STANDARD-Gespräch überzeugt.

Anet steht für "Network for eTourism". Mithilfe dieses Kompetenznetzwerks, das im Vorjahr gestartet wurde, soll verstreut liegendes Wissen über die Einsetzbarkeit webbasierter Technologien im Tourismus gebündelt werden.

Posnik: "Für einen Hotelbetrieb reicht es nicht mehr, nur über eine Website präsent zu sein. Der Gast will auch gleich online buchen können. Und wenn er bei der Anreise via Handy auch noch über Verkehrsbehinderungen und Ausweichrouten informiert wird, hat man vielleicht einen Stammgast gewonnen." Die Technologien gebe es, man müsse sie nur zusammenführen und Pakete schnüren.

Ab 2008 auf eigenen finanziellen Füßen

Ab 2008 soll sich die Plattform über Mitgliedsbeiträge und Vermarktung von Forschungsergebnissen selbst tragen. Bis dorthin stellt der Bund insgesamt fünf Mio. Euro zur Verfügung; weitere fünf Mio. Euro erwartet Posnik von privater Seite. Die Länder Tirol, Salzburg und Niederösterreich lassen zusammen 2,5 Mio. Euro springen.

In allen drei Bundesländern gibt es Kompetenzzentren für E-Tourismus. Kärnten war anfangs interessiert mitzumachen, dann wieder nicht. Jetzt gibt es neuerlich positive Signale. Posnik: "Die Tür steht offen."

Bis jetzt haben sich knapp zwei dutzend Firmen in den Knoten Innsbruck, Salzburg, Krems eingeklinkt. Die Jahresgebühr beträgt 15.000 Euro.

Teilnehmer gesucht

In Innsbruck, wo Firmen wie Doppelmayr, Eurotours oder Tiscover drinhängen, liegt der Schwerpunkt in der Vernetzung moderner Technologien zur besseren Gästebetreuung vor Ort. Wissenschaftspartner sind neben der Uni Innsbruck auch das Wirtschaftsforschungsinstitut.

In Salzburg wird an revolutionären Kundenbindungssystemen gearbeitet; Teilnehmer sind unter anderem Atomic, Feratel, Skidata, Joanneum Research sowie das Zentrum für Geoinformatik der Universität Salzburg.

In Krems, wo es einen Schwerpunkt Tagestouristen gibt, hat beispielsweise Siemens angedockt. Posnik wünscht sich insgesamt mehr Teilnehmer: "Zwölf bis 15 private Firmen sollten es pro Knoten schon sein." Durch vereinte Kräfte sollte es dann möglich sein, das Ziel von 140 Millionen Nächtigungen in Österreich bis zum Jahr 2010 (siehe Grafik) zu erreichen. (Günther Strobl, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 24.01.2005)

  • Anet-Chef Posnik: "Durch bessere Vernetzung des Wissens wäre mehr herauszuholen."
    foto: gasteinertal tourismus

    Anet-Chef Posnik: "Durch bessere Vernetzung des Wissens wäre mehr herauszuholen."

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