Berlin erwartet 150.000 Arbeitslose mehr für 2005

3. Februar 2005, 10:16
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Laut BZ hofft die deutsche Bundesregierung jedoch auf einen deutlichen Rückgang in der zweiten Jahreshälfte

Berlin - Die deutsche Regierung geht einem Zeitungsbericht zufolge für 2005 von einem Anstieg der Arbeitslosigkeit um durchschnittlich 150.000 Erwerbslose aus. Für die zweite Jahreshälfte werde aber ein deutlicher Rückgang erwartet, berichtete die "Berliner Zeitung" in einer Vorinformation über die Montagausgabe unter Bezug auf den Jahreswirtschaftsbericht 2005, den Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) in der kommenden Woche vorlegen will. Ein Sprecher seines Ministeriums wollte die Zahlen auf Anfrage nicht kommentieren.

Die Zeitung berichtete zudem, Clement rechne für dieses Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von 1,6 Prozent. Reuters hatte bereits am Freitag aus Koalitionskreisen über einen erwarteten Anstieg in dieser Höhe berichtet.

4,3 Millionen Arbeitslose

Nach einem Anstieg in der ersten Jahreshälfte rechne die deutsche Bundesregierung mit einem Rückgang der Arbeitslosigkeit in der zweiten Hälfte um rund 200.000 auf etwa 4,3 Millionen Menschen, berichtete die Zeitung. Ursache für den anfänglichen Anstieg sei ein statistischer Effekt, da durch die Hartz-IV-Reform erstmals auch Sozialhilfeempfänger mitgezählt würden, die bisher nicht in der Statistik geführt worden seien.

Die im Jänner in Kraft getretene Arbeitsmarktreform sieht vor, dass Langzeitarbeitlose und Sozialhilfeempfänger künftig die gleiche Beihilfe in Höhe von 345 Euro (im Westen des Landes) bzw. 331 Euro (in Ostdeutschland) erhalten .

Zuversicht trotz Risiken

Reuters hatte am Freitag unter Berufung auf den Entwurf des Wirtschaftsberichts berichtet, die Regierung bleibe trotz einer Reihe von Risiken bei ihrem zuversichtlichen Ausblick für die deutsche Wirtschaft.

Sie warne aber vor allem vor Gefahren durch den nach wie vor starken Euro und den hohen Ölpreis. In dem Bericht geht die Regierung von einem Wirtschaftswachstum von 1,5 bis zwei Prozent Jahr aus, was deutlich oberhalb der Schätzungen der meisten Experten liegt.

Für die Haushaltsplanungen würden aber 1,6 Prozent zu Grunde gelegt. Die bisherige Prognose lag bei 1,7 Prozent. Der Bericht soll am Mittwoch vom Kabinett abgesegnet werden. 2004 war die deutsche Wirtschaft nach drei Jahren Stagnation um 1,7 Prozent gewachsen. (APA/Reuters)

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