Affäre um Klagenfurter EM-Stadion?

2. Februar 2005, 13:10
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Laut "profil" erhebt der Baukonzern Strabag angeblich unter anderem wegen Parteispenden für die FPÖ "Anspruch" auf den Zuschlag

Wien - Von einer mutmaßlichen Affäre um den Stadionneubau in Klagenfurt berichtet "profil" in seiner aktuellen Ausgabe. Das Nachrichtenmagazin beruft sich auf einen Brief des Architekten und Mitglieds der unabhängigen Vergabekommission, Hermann Eisenköck, an den Vorsitzenden der Kommission. Darin heißt es, Vertreter des Baukonzerns Bauholding Strabag hätten bei einem Abendessen am 1. Dezember "Anspruch" auf den Zuschlag erhoben und dies unter anderem mit Parteispenden für die FPÖ begründet.

Von höchster Stelle versprochen

Wörtlich heißt es in dem Brief laut "profil": "Begründet wurde der 'Anspruch' auf den Auftrag, da man in Kärnten als größte Baufirma des Landes einen Ruf zu verlieren habe und man bereits in die Vorgeschichte des Stadions (Standort Minimundus) sehr viel Geld investiert habe. Eine weitere Begründung liege darin, dass für den Wahlkampf der Kärntner Freiheitlichen Partei immer wieder Geld bereit gestellt bzw. Anzeigenkampagnen finanziert wurden und deshalb das Projekt von höchster Stelle 'versprochen' wurde."

Strabag und FPÖ dementieren

Bauholding-Vorstandsvorsitzender Hans-Peter Haselsteiner weist die Vorwürfe zurück: "Das ist eine klassische Verleumdung. Ich habe die FPÖ in keinster Weise finanziell unterstützt." Auch Landeshauptmann Jörg Haider (F) dementiert: "Diese Behauptung ist absurd, die Finanzen der Kärntner Freiheitlichen sind völlig transparent."

Der Kärntner FPÖ-Obmann Martin Strutz hat Berichte über eine angebliche Parteispenden-Affäre um den Neubau des Fußball-Stadions in Klagenfurt als eine "ungeheuerliche Unterstellung zurück gewiesen. Derartige Behauptungen seien "völlig unwahr" und er werde "voll gegen jeden vorgehen", der weiterhin Derartiges in den Raum stelle, betonte Strutz am Sonntag gegenüber der APA.

Keinen Cent von der Strabag erhalten

"Die FPÖ-Kärnten hat von der Strabag keinen einzigen Cent bekommen", versicherte Strutz. Daher werde gegen jeden, "der auch nur von einer mutmaßlichen Spendenaffäre spricht", mit allen zur Verfügung stehenden rechtlichen Schritten vorgegangen.

Strutz vergleicht die Angelegenheit mit dem angeblichen "Spitzelskandal" vor einigen Jahren. Auch jetzt wolle man im Vorfeld der Nationalratswahl wieder einen Skandal konstruieren und auf diese Weise versuchen, "Jörg Haider und der Kärntner FPÖ als einer Bastion der Bundes-FPÖ Schaden zuzufügen". Der Parteichef verlangt deshalb die Vorlage von Beweisen in der Causa.

Strutz äußerte gleichzeitig die Vermutung, dass "diese Intrige und die unwahren Behauptungen ihren Ausgang bei einem Mitbewerber um das Fussball-Stadion und im Klagenfurter Rathaus haben". (APA)

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