Der (Kirchen-)Berg der offenen Türen

9. Mai 2005, 13:27
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Gemütlich und abwechslungsreich: Eine Wintertour in Niederösterreichs Voralpen

Bei Winterwanderungen in den niederösterreichischen Voralpen stößt man immer wieder auf geschlossene Hütten, und die Rast in einem kalten Winterraum ist nicht jedermanns Sache. Deshalb sind die meisten Berge, auf denen man mit offenen Türen im Schutzhaus rechnen kann, sehr gut besucht, an besonders schönen Wochenenden sogar überlaufen. So auch der Kirchenberg bei Hainfeld, den das Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen aus unerfindlichen Gründen und obendrein falsch zu einem Kirchberg "umgetauft" hat.

Bei der wenig anstrengenden, aber sehr abwechslungsreichen Tour auf den beliebten Berg hat man sogar die Wahl zwischen drei Hütten, die zumindest an Sonn- und Feiertagen bewirtschaftet sind. Vor allem die Hainfelder Hütte auf dem Gipfel, die von Vereinsmitgliedern des ÖTK hervorragend betreut wird, bietet den Gästen auch an Samstagen eine warme Stube und einfache Speisen und Getränke. Weil relativ viele Wanderer den Kirchenberg zum Ziel wählen, kann man bei Schnee mit einer guten Spur rechnen und muss sich nicht zur Höhe quälen. Vom Platz vor der Gipfelhütte hat man einen schönen Blick zum Wienerwald und in die Region um Hocheck und Araburg, von der Sonnenterrasse sieht man zur Reisalpe, zum Gippel und zu den Erhebungen bei Lilienfeld. Will man den Schneeberg bewundern, muss man einen nahen Aussichtsfelsen aufsuchen oder den Abstieg über den Gipfelkamm wählen.

Die Tour: Bei der Kirche in Hainfeld wählt man die gelbe Markierung, die ohne wesentliche Steigungen nach Westen führt. Etwa auf der Höhe von Rohrbach an der Gölsen schwenkt man nach links auf die grüne Markierung und gelangt - teilweise etwas steil - zur Lindensteinhütte. Gehzeit 1¼ Stunden. Grün, später blau, rot und gelb markiert ist der weitere Weg zum Gipfelkamm und zur Hainfelder Hütte auf dem höchsten Punkt, für den man eine Dreiviertelstunde braucht. Für den Abstieg wählt man die rote Markierung, die in Kehren nahe der einstigen Skiabfahrt zur Liasenböndlhütte führt. Gehzeit etwa eine halbe Stunde. Über eine Forststraße gelangt man in einen Graben, passiert das Pestkreuz und erreicht nach einer Dreiviertelstunde den Ausgangspunkt. (DER STANDARD, Freizeit, Printausgabe vom 22./23.1.2005)

Von
Bernd Bernd Orfer

Gesamtgehzeit 3¼ Stunden, Höhendifferenz rund 700 m. Hainfelder Hütte Wo/Fei offen, Lindensteinhütte Sa (ab Mittag)/So bewirtschaftet, Liasenböndlhütte So/Fei offen. Bundesamtskarte 1:25.000 oder 1:5.000, Blatt 56 (St. Pölten)

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    grafik: der standard
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