RTL: Dritter Streich von Tina Maze

6. Februar 2005, 14:43
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Slowenin feiert dritten Riesenslalom-Triumph der Saison - Hosp als Fünfte beste der ent­täuschenden Öster­reicherinnen in Marburg

Marburg - Sloweniens Skifans durften am Samstag im alpinen Damen-Weltcup über den ersten Heimsieg seit 1994 (Urska Hrovat im Slalom) jubeln. Verantwortlich dafür zeichnete die 21-jährige Lokalmatadorin Tina Maze, die den Riesentorlauf in Marburg vor rund 10.000 Zuschauern mit Bestzeiten in beiden Durchgängen vor der Italienerin Karen Putzer (0,22 Sek. zurück) und der Deutschen Martina Ertl (0,93) für sich entschied und nach St. Moritz und Santa Caterina ihren dritten Saisonsieg in dieser Disziplin feierte.

Rennen von Wind beeinflusst

Nicola Hosp landete in der von böigem Wind begleiteten Konkurrenz als beste Österreicherin hinter der Schwedin Anja Pärson (1,12) ex aequo mit Julia Mancuso (USA/je 1,22) an fünfter Stelle und dürfte sich damit einen fixen WM-Startplatz gesichert haben. Die weiteren ÖSV-Läuferinnen enttäuschten, denn Michaela Dorfmeister (16.), Eveline Rohregger (18.), Kathrin Zettel (24.) und Renate Götschl (25.) landeten im geschlagenen Feld.

Hosp: "Das sollte das WM-Ticket gewesen sein"

Hosp war natürlich mit ihrem bisher besten Saisonresultat sehr zufrieden. "Das sollte das WM-Ticket gewesen sein. Ich bin zwar im zweiten Lauf etwas zu verhalten gefahren, doch habe ich bewiesen, dass die Form stimmt. Ich habe jetzt wieder das nötige Selbstvertrauen und möchte auch im Slalom am Sonntag vorne mitmischen", sagte die Tirolerin.

Dorfmeister: "Komisches Rennen"

Zweitbeste ÖSV-Läuferin war Dorfmeister, die in dem "komischen Rennen" mit dem böigen Wind und ihrer Skiabstimmung zu Beginn erhebliche Probleme hatte. "Der erste Lauf war ein Verhau", gestand die Niederösterreicherin, die dann mit sechstbester Marke im zweiten Durchgang - auf anderen Skiern - noch vom 26. auf den 16. Rang vorstieß. Ihre Schlussfolgerung: "Ich glaube, dass ich die Berechtigung für einen WM-Start habe."

Schild ohne "Halt"

Ganz und gar nicht nach Wunsch lief es diesmal für Marlies Schild. Die Semmering-Siegerin hatte extreme Probleme mit ihren Kanten, büßte bereits im ersten Durchgang 3,64 Sekunden auf Maze ein und verpasste als 52. klar die Qualifikation für den zweiten Durchgang. "Ich habe keinen Halt gehabt. Es war unmöglich zu fahren, ich war machtlos", sagte die Tirolerin.

Berger holte sich blauen Fleck

Elisabeth Görgl war wegen ihrer im Zagreb-Slalom erlittenen Verletzung gar nicht am Start. Silvia Berger blieb im zweiten Durchgang mit der Hüfte an einem Tor hängen und krümmte sich danach vor Schmerzen im Schnee. "Es ist aber nichts Ärgeres, das wird nur ein riesengroßer blauer Fleck", beruhigte sie später.

Herbert Mandl war vor allem mit Hosp sehr zufrieden ("Sie hat gezeigt, was sie kann"), daneben blieb ihm natürlich nicht verborgen, dass ihre Kolleginnen an diesem Tag mit dem Wind und der Skiabstimmung Probleme hatten. "Sehr aufschlussreich war dieses Rennen für die WM nicht", resümierte der Damen-Cheftrainer.

Maze mit Heimvorteil zum Sieg

Maze nützte auf dem relativ flachen Hang, mit dem sie bestens vertraut ist, den Heimvorteil optimal aus und rückte sich angesichts ihrer aktuellen Topform auch für die WM in Bormio in die Rolle der Topfavoritin. "Dieser Erfolg ist der schönste, denn es gibt nichts Besseres als im eigenen Land zu gewinnen. Damit geht ein Kindheitstraum in Erfüllung", sagte die junge Slowenin, die drei der vergangenen vier Rennen gewonnen hat. Nur am Semmering, wo Marlies Schild triumphiert hatte, war sie als 23. nicht im Vorderfeld gelandet.

Im Gesamtweltcup baute Tanja Poutianien ihre Führung dank Rang sieben wieder etwas aus. Die Finnin hält nun bei 842 Punkten und liegt damit vor Renate Götschl (804), der nur auf Rang 21 klassierten Kroatin Janica Kostelic (799) und der Schwedin Pärson (756), die nach sechs Marburg-Erfolgen en suite diesmal als Vierte einen Stockerl-Platz verpasste. (APA)

Ergebnis

RTL Marburg

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Perfekte Show der Slowenin Tina Maze vor eigenem Publikum in Marburg.

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