Abschluss- und Aufnahmetest

7. Juli 2005, 17:07
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Europäische Modelle der Studienplatzbewirtschaftung

"Es zählt der Notendurchschnitt aus Abschlusszeugnis und Matura", erzählt Juan Rios-Cuevas (22), Tourismusstudent an der Universidad de Granada: "Zu 60 Prozent zählen die Zeugnisse der Schulzeit, zu 40 ist die Maturaleistung ausschlaggebend." Dieser Schnitt entscheidet über die weitere akademische Laufbahn.

"Medizin, und Englisch setzen einen hohen Schnitt voraus", erläutert Rios-Cuevas. Die Universitäts-Pressestelle sagt dem STANDARD: "Nur die Allerbesten können Medizin studieren." Weniger frequentierte Fächer, "wie Ethnologie" könne jeder jederzeit studieren, erzählt der Student. "Bis Semesterbeginn bleibt vielen das bange Warten auf Restplätze, für den Fall, dass es sich noch jemand anders überlegt."

In Lettland unterscheidet sich die Art des Zugangs je nach Universität. "Wenn man gute Noten hat, kommt man vor allem in die staatlich unterstützten Hochschulen problemlos hinein", erzählt Igor Smirnov - er studiert Bauwesen in Riga. Einige Unis werben um akademischen Nachwuchs im letzten Schuljahr, was einen Vorteil mit sich bringt: "Wer in der 11. Klasse Vorlesungen besucht, kann ohne Prüfung in das zweite Studienjahr einsteigen." Wer das nicht in Anspruch nimmt und keine guten Noten hat, muss innerhalb der ersten zwei Semester zu einer Studienzulassungsprüfung antreten. (DER STANDARD, Printausgabe, 22./23.1.2005)

Von Jan Marot
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