Koubek entlastet, Sperre bestätigt

14. Februar 2005, 11:24
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Internationaler Tennis-Verband spricht Kärntner vom Vorwurf des willentlichen Doping frei, hält seine Sperre aber aufrecht

London - Mit einiger Verspätung hat der Internationale Tennis-Verband (ITF) diese Woche in London sein endgültiges, begründetes Urteil im Dopingfall des Österreichers Stefan Koubek gefällt. In einem 33 Seiten starken Dossier bestätigten die drei Richter zwar die dreimonatige Wettkampfsperre (bis 21. März), sprachen den Kärntner aber weitgehend von den Vorwürfen vorsätzlichen Dopings frei.

Koubek habe laut Angaben des Tribunals weder unfair gehandelt, noch sich mit der Einnahme der Substanz Triamcinolon-Acetonid willentlich einen Vorteil verschafft. Der 28-Jährige hatte bei der Anhörung am 21. Dezember in der britischen Hauptstadt wiederholt seine Unschuld beteuert.

Weniger gut davon kam der behandelnde Arzt Dr. Martin Leixnering, der dem Tennis-Profi wegen einer Handgelenksverletzung im Mai eine Injektion verabreicht hatte. Koubek war daraufhin am 29. Mai 2004 bei den French Open positiv getestet worden, verzichtete von sich aus auf eine B-Probe.

"Naives Verhalten"

Gleichzeitig wurde Koubek ein "naives Verhalten im Umgang mit der Doping-Problematik" attestiert. Die Aufrechterhaltung der Sperre wurde auch damit begründet, dass sich die aktuelle Nummer 60 der Weltrangliste weder ausreichend informiert habe, noch mit "äußerster Vorsicht vorgegangen" sei. Er hätte die Einnahme des entzündungshemmenden Mittels aus "therapeutischen Gründen" melden können.

Karl-Heinz Demel, der Vorsitzende der österreichischen Anti-Doping- Kommission, hatte im Vorfeld der Urteilsbegründung angekündigt, für Koubek eine Einstweilige Verfügung erlangen zu wollen, um dem 28- Jährigen eine vorzeitige Rückkehr auf die ATP-Tour zu ermöglichen. Zur Urteilsverkündung wollte er sich jedoch erst nach einem ausführlichen Gespräch mit Koubek und dessen Betreuer Günter Bresnik äußern. (APA)

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