Interview: Weirather über das Event Kitz

6. Februar 2005, 14:37
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Der Ex-Rennläufer vermarktet die Hahnenkamm-Rennen und betreut die Kitzbühel-Sponsoren. Im STANDARD-Gespräch geht's um VIPs, Hardcore-Fans, Quoten, Unterschiede und Deutschland

der Standard: Ist die Ausrichtung des Events Kitzbühel ein Selbstläufer oder muss man sie dauernd neu überdenken?

Harti Weirather: Wir haben vor acht Jahren begonnen, Kitzbühel als Event zu positionieren. Wir haben dem Sportereignis einen gesellschaftlichen Stellenwert gegeben, in Kitzbühel trifft man sich, in Kitzbühel werden Geschäfte angebahnt. Diese Position muss man ständig verfeinern, doch wirklich verändern muss man sie nicht.

Standard: Was macht Kitzbühel aus, wodurch hebt sich Kitzbühel von anderen Ski-Veranstaltungen ab?

Weirather: Es passt alles zusammen, die Infrastruktur, die Hotellerie, das Ziel, das mitten in der Stadt liegt. Doch von den Zahlen her ist Kitzbühel für einen Sponsor nicht viel interessanter als zum Beispiel Wengen, weil die Quoten nicht viel höher sind. Nur lädt halt zum Beispiel Audi 350 Kunden und Partner nach Kitzbühel ein, und das macht den Unterschied aus.

Standard: Wie wichtig für den Event sind die VIPs, wie wichtig ist das Fußvolk?

Weirather: Die gesunde Mischung ist's. Die Leute aus der Showbranche kommen von selbst, Kitzbühel lädt die Formel-1-Menschen ein, die Formel 1 lädt Skifahrer ein. Aber in Kitzbühel sind zusätzlich viele Wirtschaftsleute. Ohne die VIPs wären vielleicht weniger Hardcore-Fans, aber ohne die Hardcore-Fans wären gar keine VIPs da. Die Hardcore-Fans, die stundenlang draußen in der Kälte stehen, sind die Basis, das sind die wichtigsten Kunden.

Standard: Haben die jüngsten Erfolge der deutschen Skifahrer schon etwas bewirkt, werden sie etwas bewirken?

Weirather: Deutschland ist der wichtigste europäische Markt, der war am Boden, jetzt wird er durch Erfolge wieder angekurbelt. Das Interesse ist immer abhängig von der Leistung der Local Heros, in Deutschland haben gerade die Skispringer Probleme, dafür zieht Ski alpin wieder an.

Standard: Ihre Firma beschäftigt 60 Angestellte und hundert Freelancer. Welche Bedeutung hat Kitzbühel für WWP?

Weirather: Kitzbühel ist die beste Visitenkarte. In Kitzbühel kann sich auch meine Firma den Kunden präsentieren. Für mich bedeutet diese Woche sehr viel Arbeit. Wir kommen kaum zur Ruhe, in der Nacht auf Sonntag erwischen wir nicht mehr viel Schlaf. (Mit Harti Weirather sprach Fritz Neumann - DER STANDARD PRINTAUSGABE 22./23.1. 2005)

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    ZUR PERSON:

    Harti Weirather (46) stammt aus Reutte/Tirol. Abfahrts- Weltmeister '82 (Schladming). Führt mit seiner Frau Hanni Wenzel die Firma WWP. Kunden: A1, Allianz, betandwin.com, BMW, Eskimo, Gösser, Iglo, Milka, Intersport, Media Markt, Saturn, Siemens, Telekom Austria, ÖSV, Red Bull.

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