Milchpreiserhöhung unter der Lupe

4. Februar 2005, 10:54
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Wettbewerbsbehörde untersucht Verdacht möglicher Preisabsprachen - Leiter der Behörde: "Möchte wissen wie der Ablauf war"

Wien - Die vom Bauernbund gemeinsam mit mehreren Handelsketten initiierte Erhöhung der Milchpreise hat nun auch die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) auf den Plan gerufen. In den nächsten 10 bis 14 Tagen könnten die großen Supermarktketten des Landes wegen der diese Woche bereits erfolgten oder angekündigten Preiserhöhung bei Trinkmilch ein Auskunftsersuchen der BWB ins Haus flattern, kündigt der Leiter der BWB, Walter Barfuß, heute an.: "Ich möchte wissen wie der Ablauf war und wie die zeitliche Koinzidenz der Preisaktionen zustande kam".

"Bild möglicher Preisabsprachen"

Einerseits sei es erfreulich, dass den Handelsketten mittlerweile jedes Mittel Recht sei, um zu beweisen, "dass sie nette Schmusekatzen und nicht die bösen Buben sind", so Barfuß zur APA. Andererseits könnte "das Bild möglicher Preisabsprachen entstehen, wenn in mehren Supermärkten ziemlich gleichzeitig die Milchpreise um etwa 4 Cent erhöht werden". Wichtig sei ihm neuerlich ein "Signal" zu setzten, damit niemand glaubt, er sei "sakrosankt".

Wie berichtet haben sich mehrere Handelsketten, darunter Rewe Austria (Billa, Merkur, Mondo, Penny), Spar, M-Preis, Hofer aber auch Adeg mit dem Bauernbund geeinigt, die Milchpreise zu Gunsten der Bauern zu erhöhen. Zum Teil wurden die Preise schon angehoben, zum Teil wurde es versprochen. In einigen Ketten wurden die Eigenmarken verteuert, in einigen die Markenmilch - im Schnitt ging es um 4 bis 5 Cent. (APA)

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