S&T in Österreich von null auf hundert

3. Februar 2005, 14:48
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IT-Dienstleister kaufte mit T-Systems DSS 80 Millionen Euro Umsatz und 150 Mitarbeiter am heimischen Markt zu

Wien - Mit der Übernahme der T-Systems DSS, bisher Tochter der T-Systems Austria, hat der börsenotierte IT-Dienstleister S&T sein früher dünnes Engagement in Österreich kräftig verstärkt. Die T-Systems DSS wird laut S&T-Vorstand Christian Rosner mit 150 Mitarbeitern 2005 einen Umsatz von rund 80 Mio. Euro erzielen. Damit wird der Heimmarkt für die auf Mittel- und Osteuropa spezialisierte S&T, die in Österreich bisher inklusive Konzernleitung bloß 35 Personen beschäftigte, schlagartig zu einem der wichtigsten Märkte.

Wichtig für Gesamtstrategie

Nun in Österreich flächendeckend vertreten zu sein, empfindet Rosner als wichtig für die Gesamtstrategie, denn: "Für uns ist Mittel- und Osteuropa auch Österreich." Zudem will er Einsparungspotenziale bei den Lieferanten im Einkauf und der Logistik nutzen.

Durch die Übernahme erhöht sich das S&T-Umsatzziel für 2005 auf 320 bis 330 Mio. Euro. T-Systems DSS werde heuer einen positiven EBIT-Beittrag leisten, sagte Rosner am Freitag vor Journalisten. Die konzernweite EBIT-Marge werde durch den Zukauf nicht verändert.

Über den Kaufpreis ist Stillschweigen vereinbart worden. Zur Finanzierung sei aber keine Kapitalerhöhung nötig, so S&T-Finanzvorstand Martin Bergler. Im Herst 2004 hatte S&T-Vorstandschef Karl Tantscher angekündigt, erst bei Kaufpreisen über 10 Mio. Euro eine Kapitalerhöhung durchzuführen.

Schritt zu einer intensiven Partnerschaft

Für T-Systems Austria-Chef Rudolf Kemler ist die Transaktion die "logische Fortsetzung" der bisherigen Kooperation beider Gesellschaften. T-Systems, die aus dem debis Systemhaus hervorgegangen ist, werde sich nicht aus dem DSS-Segment - die Gesellschaft ist im Bereich Hardwarehandel und Hardware-nahe Dienstleistungen tätig - zurückziehen, sondern über Partner betreuen. "Es ist nicht nur ein Eigentümerübergang, es ist gleichzeitig ein Schritt zu einer intensiven Partnerschaft", so Kemler.

Aktie durch Zukauf im Aufwind

Mit dem jüngsten Zukauf, für den die kartellrechtliche Genehmigung noch im Februar erwartet wird, ist der S&T-Expansionshunger noch nicht gestillt. Österreich, Russland und Ex-Jugoslawien stehen ganz oben auf der Einkaufsliste. "Da kommt sicher noch etwas", kündigte Bergler an.

Am Freitag legten die Aktien der S&T, die mit T-System DSS rund 1450 Mitarbeiter in 21 Ländern beschäftigt, an der Wiener Börse bis zu Mittag 5,3 Prozent auf 20,43 Euro zu. (APA)

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