Ubisoft wehrt sich gegen Electronic Arts

16. Februar 2005, 13:14
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Umsatz der Franzosen bricht ein - Allianzen gesucht

Der französische Videospielhersteller Ubisoft wehrt sich vehement gegen eine Übernahme durch den US-Konkurrenten Electronic Arts (EA). In einem Conference Call sagte Firmenchef Yves Guillemot, sein Unternehmen prüfe derzeit mehrere Optionen, um die als feindlich eingestufte Übernahme durch EA abzuwehren. Er sei mit anderen Unternehmen in Gespräch, um einen Zusammenschluss zu prüfen.

Aufsehen

Weltmarktführer EA hatte im Dezember des Vorjahres für Aufsehen gesorgt, als er einen 20-Prozent-Anteil an Ubisoft übernommen hatte. Für den Anteil sollen die US-Amerikaner laut Informationen des Wall Street Journal zwischen 85 und 100 Mio. Dollar gezahlt haben. Der Kauf wurde von Ubisoft umgehend als "feindlich" eingestuft. Analysten sehen den Einstieg von EA nur als Vorspiel zu einer Gesamtübernahme, mit der sich die US-Amerikaner nach allgemeiner Einschätzung aber eher Zeit lassen werden.

"Splinter Cell"

Die Franzosen, zu deren Portfolio unter anderem Spielehits wie "Tom Clancy's Splinter Cell" und "Prince of Persia" gehören, überlegen nun unter anderem ein Zusammengehen mit Gameloft. An dem Produzenten von Videogames für Handys ist Ubisoft bereits zu 29 Prozent beteiligt, Ubisoft-Chef Guillemot und seine Familie halten direkt oder indirekt 49 Prozent der Anteile des Unternehmens.

Spuren

Der Abwehrkampf von Ubisoft gegen EA hat jedenfalls erste Spuren in den Bilanzen des Unternehmens hinterlassen. Für das 3. Quartal musste Guillemot einen Umsatzrückgang von 18 Prozent auf 186 Mio. Euro eingestehen. Welche Auswirkungen dies auf den Aktienkurs des Unternehmens hat, bleibt abzuwarten. Die Anteilsscheine der Franzosen setzten nach Bekanntgabe des EA-Einstiegs zu einem wahren Höhenflug an und sind seit 20. Dezember um mehr als 60 Prozent gestiegen.(pte)

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