Siemens will Rendite steigern

3. Februar 2005, 15:25
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Konzern-Chef Pierer kündigt Rationalisierungen an und verteidigt Erhöhung des Offerts: soll "Unsicherheit herausnehmen"

München - Siemens-Chef Heinrich von Pierer hat die Erhöhung des Übernahmeofferts für die VA Tech verteidigt und die rasche Umsetzung von Rationalisierungsprogrammen beim österreichischen Industriekonzern angekündigt. Grundsätzlich sei es nötig, bei VA Tech die Rendite zu steigern, sagte Pierer der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Freitagsausgabe). "Wir werden schnell Programme verwirklichen, um mit Innovation und Wachstum die Profitabilität zu heben." Zu den Beschäftigungsgarantien für die Mitarbeiter stehe er aber ebenso wie sein designierter Nachfolger Klaus Kleinfeld.

Die am Donnerstag erfolgte Erhöhung der Offerte von 55 auf 65 Euro solle eine schnelle Übernahme ermöglichen, sagte der künftige Siemens-Aufsichtsratsvorsitzende. "Wir wollten die Unsicherheit herausnehmen - im Interesse der VA Tech, ihrer Mitarbeiter und ihrer Aktionäre." Es liege auch im Interesse der Anteilseigner, wenn Siemens den die VA Tech schneller integriere und so Synergieeffekte schneller realisiere.

Zukunft der Handysparte ungewiss

Zur Zukunft der defizitären Handysparte sagte Pierer, dazu werde der Vorstand bei der Hauptversammlung am kommenden Donnerstag noch keine abschließende Strategie präsentieren. "Es wäre übertrieben, schon auf der Hauptversammlung am kommenden Donnerstag ein endgültiges Lösungskonzept zu erwarten", sagte der scheidende Konzernchef. Nach wie vor hätten die genannten Optionen Bestand: "Sanieren, verkaufen, schließen oder kooperieren." Von Pierer räumte ein, dass eine Schließung "viel Wert" vernichten würde. Alleine die Marke Siemens sei unerhört wertvoll. Zudem müsse der Konzern an Mitarbeiter und Kunden denken.

Siemens hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2003/04 (zum 30. September) in seiner Handy-Sparte einen operativen Verlust von 152 Millionen Euro eingefahren. Eine Software-Panne bei einem wichtigen neuen Modell hatte die Münchener belastet - zudem drücken hohe Kosten und eine zu langsame Entwicklung. (APA/Reuters)

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    Konzern-Chef Pierer steht zur Beschäftigungsgarantie.

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