Generali saniert Kfz-Geschäft

4. Februar 2005, 10:56
posten

Mit neuen Tarifen will Versicherungsmarktführer wieder zulegen

Wien - Die Generali-Vienna-Gruppe ändert mit 1. Februar die Tarifstruktur bei Kfz-Kasko- und Haftpflichtversicherung. Damit sollen "gute Fahrer belohnt", werden, so Bruno Friedl, als Vorstand für Sachversicherungen zuständig. Sprich: für Risikogruppen - etwa einen unter 24-jährigen Wiener mit übermotorisiertem Auto - wird das Versichern bei der Generali empfindlich teurer. "Aus dieser Zielgruppe werden wir wohl weniger haben."

Überhaupt habe sich die Generali von Deckungsbeitragsfressern verabschiedet, etwa von manchen Frächtern. Im Vorjahr sei die Kundenzahl um drei bis vier Prozent gesunken. Doch das Ergebnis der Sparte Kfz sei insgesamt jetzt ausgeglichen - "sei Jahren erstmals wieder", so Friedl. Haftpflicht und Kasko seien aber weiter in den roten Zahlen, Geld verdiene man hingegen mit Rechtsschutzversicherungen, Insassenschutz sowie Assistance-Verträgen.

20 Prozent Marktanteil

Die Generali halte im Bereich Kfz in Österreich derzeit einen Marktanteil von 20 Prozent, "um 1,2 bis 1,5 Prozentpunkte weniger nach der Sanierung der Sparte", sagte der neue Chef der Wiener Generali-Gruppe, Karl Stoss. Mit dem neuen Tarifmodell sollen nicht nur Risikogruppen abgeschreckt, sondern auch neue Kunden gewonnen werden. Ziel sei eine Marktanteilssteigerung von zwei bis drei Prozentpunkten.

Stoss bekräftigte am Donnerstag, dass die Generali nur mit österreichischen Kfz-Werkstätten zusammenarbeiten wolle. Dennoch wurden weniger Aufträge vergeben, etwa dank des boomenden Onlineverkaufs von Wracks sparte man 800.000 Euro an Reparaturen ein. (DER STANDARD Printausgabe 20.01.2005)

Share if you care.