Terminator - von RAU

11. Februar 2005, 17:05
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Wer in der amerikanischen Politik etwas werden will, muss Todesurteile unterzeichnen. Insofern ist die Enttäuschung, dass ausgerechnet "unser Arnie" einen schwer Gehirngeschädigten hat hinrichten lassen, etwas naiv. George W. Bush hat als Gouverneur von Texas die große Tradition der summarischen Justiz mit über 150 bestätigten Todesurteilen hochgehalten. Aber auch Bill Clinton hat als Gouverneur von Arkansas etliche nicht vor der Gaskammer bewahrt.

Nur der Gouverneur von Illinois hat vor zwei Jahren, entsetzt über die Zahl der unschuldig Hingerichteten einen Stopp verfügt. Wie es ihm die Wähler vergolten haben oder vergelten werden, wäre eine spannende Frage. Arnold Schwarzenegger will offensichtlich Präsident der USA werden und da darf man sich nicht als Weichei outen - meint er offenbar.

"Terminator" heißt eben sinngemäß "Lebensbeender" und da kann man dem eigenen Image nicht untreu werden. Die USA sind deutlich nach rechts gerutscht in den letzten Jahren und die Richtigkeit bzw. Effizienz der Todesstrafe gehört zu den unverrückbaren rechten Glaubenssätzen, ganz egal, wie die Realität aussieht. Auch "unser Arnie" denkt da nicht daran, seine Wahlchancen zu schmälern. (DER STANDARD, Printausgabe, 21.1.2005)

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