Tief rote Zahlen bei US-Airlines

3. Februar 2005, 15:17
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Delta und Continental kämpfen mit hohen Kerosinkosten und Billigkonkurrenz

Atlanta/Houston - Angesichts sprunghaft gestiegener Kerosinpreise und der harten Konkurrenz durch Billigflieger hat sich die Lage US-Fluggesellschaften Delta Air Lines und Continental Airlines im vergangenen Jahr deutlich verschlechtert. Die drittgrößte US-Airline Delta vermeldete am Donnerstag einen Verlust von 5,2 Mrd. Dollar (vier Mrd. Euro).

Dies war fast sieben Mal mehr als im Vorjahr. Continental, die im Vorjahr noch einen Nettogewinn von 38 Mio. Dollar ausweisen konnte, schrieb trotz eines deutlich gestiegenen Umsatzes einen Verlust von 363 Mio. Dollar.

Delt will 7.000 Jobs streichen

Delta machte allein im vierten Quartal einen Verlust von 2,2 Mrd. Dollar. Dies lag vor allem an einmaligen Abschreibungen von 1,9 Mrd. Dollar, die durch eine Senkung des Marktwerts der Gesellschaft in den Büchern entstanden. Daneben machten dem Mitglied der Skyteam-Allianz um Air France aber der selbst mitangefachte Preiskrieg der US-Airlines und die hohe Kerosinrechnung stark zu schaffen. Einen Ausblick auf das laufende Jahr gab es von Delta nicht. Das Unternehmen bestätigte aber, dass es sein Ziel erreicht habe, bis Ende 2004 seine Kosten um 2,3 Mrd. Dollar zu senken. Bis 2006 sollen Einsparungen von fünf Mrd. Dollar erreicht werden und 7000 Stellen gestrichen werden.

Continental, nach eigenen Angaben sechstgrößte Airline der Welt, schrieb im vierten Quartal einen Verlust von 206 Mio. US-Dollar. Damit rutschte das Unternehmen zum Jahresende hin tiefer in die roten Zahlen. Im dritten Quartal hatte das Minus noch bei 16 Mio. Dollar gelegen.

Auswirkungen von 09.11

Delta wie Continental haben seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 und der darauffolgenden Luftfahrtkrise hohe Verluste eingeflogen, konnten aber anders als Konkurrenten wie die Lufthansa-Partnerin US Airways und United Airlines den Gang zum Konkursrichter aber vermeiden.

Continental hatte nach mehreren Sparrunden im vergangenen November angekündigt, weitere Einsparungen von 500 Mio. Dollar pro Jahr zu benötigen, um ein Überleben zu sichern. Diese sollen auch über Stellenstreichungen erreicht werden. Zuvor hatte Continental schon einen Sparplan in Kraft gesetzt, der die jährlichen Kosten um 1,1 Mrd. Dollar senken soll.

Nach einer Einigung mit den Piloten über Kostensenkungen hofft Continental auf die Rückkehr zur Rentabilität. "Auch wenn wir 2004 mit einem deutlichen Verlust abgeschlossen haben, hat Continental im vergangenen Jahr mehrere Maßnahmen ergriffen, um eine solidere Zukunft zu gewährleisten", sagte der neue Airline-Chef Larry Kellner. Im vergangenen Jahr konnte Contiental demnach seine Personalkosten bereits um 7,8 Prozent auf 2,8 Mrd. Dollar senken. Gleichzeitig stieg jedoch die Kerosinrechnung um über 20 Prozent auf 1,6 Mrd. Dollar an. (APA)

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