Leistungsbilanzdefizit stieg bis November auf 1,5 Milliarden Euro

4. Februar 2005, 10:54
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Überschuss aus Waren- und Dienstleistungsverkehr hat sich fast verdoppelt - Exporte kletterten um 9 Prozent

Wien - Österreichs Leistungsbilanzdefizit hat sich in der Zeit von Jänner bis November 2004 im Jahresvergleich deutlich erhöht. In den ersten 11 Monaten wies die Leistungsbilanz einen Abgang von 1,5 Mrd. Euro nach einem Minus von 1,0 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum aus.

Die dynamische Exportwirtschaft habe sich positiv ausgewirkt und das Minus der Leistungsbilanz abgeschwächt, so die Oesterreichische Nationalbank am Donnerstag in einer Aussendung.

Zahlungsüberschuss fast verdoppelt

Der Überschuss aus Waren- und Dienstleistungszahlungen hat sich in den ersten elf Monaten 2004 per Saldo mit 3,0 Mrd. Euro im Jahresvergleich fast verdoppelt (Vorjahreszeitraum 2003: 1,6 Mrd. Euro). Die österreichischen Exporte stiegen im Jahresvergleich um 9 Prozent auf 114 Mrd. Euro, die Importe erhöhten sich um rund 7,4 Prozent auf 111 Mrd. Euro.

Der deutliche Anstieg des Defizits der Einkommensbilanz auf netto 1,8 Mrd. Euro nach einem Minus von 0,9 Mrd. Euro im Vorjahr resultierte aus höheren Abgängen in den Teilbilanzen Portfolioinvestitionen (-2,8 nach -2,3 Mrd. Euro) und Direktinvestitionen (-0,4 nach -0,1 Mrd. Euro). Erwerbseinkommen ergaben dagegen einen etwas höheren Überschuss als im Vergleichszeitraum 2003.

Die Bilanz der Laufenden Transfers schloss mit einem Defizit in Höhe von 2,8 Mrd. Euro nach einem Minus von 1,7 Mrd. Euro im Vorjahresvergleich. Dies sei teilweise auf höhere Nettoleistungen Österreichs an den EU-Haushalt zurückzuführen, so die Nationalbank.

Die Kapitalbilanz wies in den ersten elf Monaten 2004 Nettokapitalabflüsse aus Direktinvestitionen, Portfolioinvestitionen und Finanzderivaten sowie Nettokapitalzuflüsse aus Sonstigen Investitionen auf.

Grenzüberschreitende Direktinvestitionen rückläufig

Grenzüberschreitende Direktinvestitionen waren per Saldo infolge von höheren Desinvestitionen stark rückläufig: Österreichische Anleger lösten im Berichtszeitraum wertmäßig mit 3,4 Mrd. Euro mehr als doppelt so viele Unternehmensbeteiligungen im Ausland auf wie in der Vergleichsperiode 2003.

Bei nur leicht gestiegenen Neuinvestitionen ergab sich netto ein Investitionsvolumen von 2,5 Mrd. Euro nach 4,1 Mrd. Euro vor einem Jahr. Auch ausländische Direktinvestoren veranlagten bedingt durch aufgelöste Beteiligungen in Österreich netto nur 1,8 Mrd. Euro; im Vergleichszeitraum 2003 waren es noch 2,9 Mrd. Euro.

Das im bisherigen Jahresverlauf feststellbare Engagement bei grenzüberschreitenden Wertpapierveranlagungen setzte sich im November nur bei österreichischen Investoren fort: Die Investitionen in ausländische Wertpapiere in Höhe von 2,6 Mrd. Euro entsprachen etwa den bisher beobachteten durchschnittlichen Monatswerten (Vergleichsperiode 2003: 0,3 Mrd. Euro).

Über den Zeitraum Jänner bis November gesehen lag das veranlagte Volumen mit 26,5 Mrd. Euro weiterhin deutlich über dem entsprechenden Vergleichswert (16,6 Mrd. Euro). Ausländische Wertpapierveranlagungen in Österreich, die sich im November merkbar schwächer zeigten als im selben Monat des Jahres 2003, beliefen sich im gesamten Berichtszeitraum auf 23,5 Mrd. Euro (nach 22,3 Mrd. Euro). (APA)

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