Dezember-Inflation bei 2,9 Prozent

4. Februar 2005, 11:02
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Höchstwert seit Mai 2001 - Starke Preisanstiege bei Wohnen, Wasser, Energie - Kraftstoffe um 16 Prozent teurer - HVPI legte 2,5 Prozent zu

Wien - Die Inflationsrate ist in Österreich im Dezember mit 2,9 Prozent auf einen neuen Höchststand seit mehr als dreieinhalb Jahren geklettert. In den Vormonaten Oktober und November hatte die Teuerung im Jahresabstand jeweils 2,6 Prozent betragen und im September 2,1 Prozent. Mit den 2,9 Prozent im Dezember markierte die Inflation den bisherigen Rekordwert seit dem Frühjahr 2001.

Wohnen und Energie als Preistreiber

Etwa die Hälfte der Inflationsrate wurde durch Preisanstiege im Bereich Wohnen, Wasser und Energie verursacht, der sich laut Statistik Austria um 8,6 Prozent verteuerte. Auch die Preise für Kraftstoffe und Schmiermittel lagen mit +16 Prozent deutlich über dem Vorjahresniveau.

Die Hauptgruppe Verkehr verursachte ein Fünftel der Teuerungsrate. Preisrückgänge gab es nur bei Nachrichtenübermittlung (-4,2 Prozent) und Hausrat (-0,5 Prozent).

Der für die Währungsunion berechnete Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) legte im Jahresabstand etwas schwächer als der allgemeine VPI um 2,5 Prozent zu, nach 2,4 Prozent im November-November-Abstand.

Der Index ohne Saisonwaren stieg um 2,9 (2,8) Prozent, der Index der Saisonwaren verringerte sich um 0,9 (-9,3 Prozent). Der Index für den privaten Pkw-Verkehr fiel im Dezember um 4,8 (nach 4,9) Prozent höher aus.

Diesel wurde ein Viertel teurer

Dieselkraftstoff kostete im Dezember um 26 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, Superbenzin um 13 und Normalbenzin um 12 Prozent mehr, wie die Statistik Austria am Donnerstag weiter bekannt gab. Aber auch Strom, Gas und sonstige Brennstoffe verzeichneten Teuerungen von durchschnittlich 8,7 Prozent, Heizöl extra leicht (Großabnahme) sogar von 34 Prozent.

In der Hauptgruppe Verschiedene Waren und Dienstleistungen (+3,5 Prozent) zogen die Preise für Finanzdienstleistungen (+9,3 Prozent) im Jahresabstand deutlich an. Auch Dienstleistungen zum Sozialschutz (+7,1 Prozent) zeigten deutliche Preisanstiege.

Die Ausgaben für Eigentumswohnungen (etwa Kredite, Rückzahlungen) verteuerten sich um 18,7 Prozent, Mieten um 10,7 Prozent und sonstige Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Wohnung um 12 Prozent, etwa Betriebskosten, so die Statistik Austria weiter.

Saisonbedingte Teuerung bei Nahrungsmittel

Gegenüber dem Vormonat November gab es im Dezember saisonbedingte Preisanstiege bei Nahrungsmitteln und Alkoholfreien Getränken (+1,4 Prozent). So wurde Gemüse um 12 Prozent teurer (Häuptelsalat +56 Prozent, Tomaten +24 Prozent, Karfiol +58 Prozent) und Obst um 4 Prozent (Erdbeeren +28 Prozent, Trauben +13 Prozent).

Wohnen, Wasser und Energie verteuerten sich um 0,9 Prozent. Ausgaben für Eigentumswohnungen (zB Kredite, Rückzahlungen) stiegen um 2,4 Prozent, Mieten um 1,9 Prozent und sonstige Dienstleistungen in Zusammenhang mit der Wohnung (etwa Betriebskosten) um 2 Prozent.

Freizeit und Kultur um 09 Prozent teurer

In Freizeit und Kultur gab es Teuerungen von 0,9 % (Pauschalreisen +4,1 Prozent, Flugpauschalreisen +9 Prozent, jedoch Städteflugreisen -2 Prozent), auch bei Restaurants/Hotels (+1,4 Prozent; +8,8 Prozent bei Beherbergungsdienstleistungen; u.a. +24 Prozent bei Übernachtung im Ausland/Appartement, Hotelzimmer mit Frühstück 4-5* +6 Prozent).

In vier der zwölf Hauptgruppen ist das Preisniveau im Monatsabstand gesunken. In der Nachrichtenübermittlung betrug das Minus 1,7 Prozent (Telefondienstleistungen -2,1 Prozent; im Festnetz Gesprächsgebühr -6 % und Grundgebühr -1 Prozent). Die Internet-Kosten sanken -2 Prozent.

Leichte Rückgänge bei Alkoholischen Getränken/Tabak

Leichte Preisrückgänge gab es bei Alkoholischen Getränken/Tabak (-0,3 Prozent), Verkehr (-0,3 Prozent) und Hausrat (-0,1 Prozent). Benzin wurde im Monatsabstand ebenfalls billiger: Superbenzin um 1,1 Prozent und Normalbenzin sogar um 1,9 Prozent. (APA)

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