T-Mobile Austria baut 150 der 1.860 Mitarbeiter ab

1. Februar 2005, 16:44
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Bis zu 80 Mio. Euro sollen eingespart werden - Einsparungen werden in Kundengewinnung, Handystützungen und Tarife reinvestiert - Größte Einsparungen im Handyeinkauf

Der zweitgrößte heimische Mobilfunkanbieter T-Mobile Austria, eine Tochter der Deutschen Telekom, streicht im Zuge der Umsetzung eines konzernweiten "Effizienz- und Wachstumsprogramms" 150 der insgesamt 1.860 Stellen in Österreich. Damit würden 10 Mio. Euro eingespart - rund 15 Prozent der bis spätestens 2006 geplanten Einsparungen in Höhe von insgesamt 70 bis 80 Mio. Euro, berichtete T-Mobile Austria-Chef Georg Pölzl bei einem Hintergrundgespräch. Rund 100 Mio. Euro will T-Mobile heuer postwendend wieder in den heiß umkämpften Handymarkt investieren - in Handystützungen, Kundenbindung und -gewinnung sowie in niedrigere Tarife.

Sozialplan

Die vom Abbau betroffenen 150 Mitarbeiter werden nächste Woche beim Arbeitsmarktservice (AMS) angemeldet, die Verhandlungen mit dem Betriebsrat über einen Sozialplan und unterstützende Maßnahmen bei der Jobsuche laufen, sagte Pölzl. Betroffen seien vor allem Mitarbeiter aus dem Marketing- und Verwaltungsbereich, während der Bereich der Kundenbetreuung und der Vertrieb vom Abbau unberührt blieben. Man strebe jedenfalls einen "fairen Trennungsprozess" an. Mit diesem Schritt sei T-Mobile nun "gut aufgestellt", weitere Schritte in dieser Größenordnung seien auszuschließen, so Pölzl.

Der größte Personalschritt

Der Abbau sei der bisher größte Personalschnitt bei T-Mobile, wiewohl man in den vergangen Monaten auch die natürliche Fluktuation zur Bereinigung von Überkapazitäten genützt habe, bemerkte Pölzl. Die natürliche Fluktuation liege bei unter 10 Prozent und betreffe jährlich rund 150 Mitarbeiter. Im Gegenzug würden aber auch ständig neue Mitarbeiter aufgenommen. T-Mobile Austria hatte per Ende 2004 1.860 Mitarbeiter, nach 1.880 Mitarbeitern Ende 2003 und mehr als 2.000 Mitarbeitern Ende 2000. Die nicht näher bezifferten Kosten des Personalabbaus sind teilweise durch Rückstellungen gedeckt.

Effizienzsteigernde Maßnahmen

Die restlichen 85 Prozent der geforderten Einsparungen sollen durch effizienzsteigernde Maßnahmen erreicht werden, etwa durch einen konzernweit stärker gebündelten Handyeinkauf, bei Mietleitungen und im Beratungsbereich, kündigte Pölzl an. Die größten Einsparungen seien im Handyeinkauf möglich: "Aktuell ist eine deutliche preisliche Talbewegung sichtbar, wobei das Angebot an guten Handys zu nimmt." Auch die Möglichkeit von Auslagerungen werden ständig geprüft. T-Mobile hat in den vergangenen Jahren bereits das Rechenzentrum, das Facility Management, Teile der Logistik sowie das Netz und damit insgesamt rund 100 Mitarbeiter an andere Firmen wie Siemens ausgelagert.

An erste Stelle

"Wir werden künftig Wachstum an die erste Stelle rücken", betonte Pölzl. Die eingesparten Summen würden in den Markt reinvestiert: "Das Geld fließt in die Taschen der Kunden". Die Zahl der T-Mobile-Kunden in Österreich sei 2004 leicht gestiegen, der monatliche Kundenumsatz (ARPU) sei konstant geblieben, berichtete Pölzl. Genaue Zahlen werden Ende Jänner bekannt gegeben. Der österreichische Mobilfunkmarkt wachse noch immer, so Pölzl.

Schock

Erst im Mai 2004 hatte der drittgrößte heimische Mobilfunkanbieter One die Branche mit einem Personalschnitt geschockt und 225 der insgesamt 1.104 Mitarbeiter abgebaut. Das Unternehmen begründete den Stellenabbau damals mit der immer härter werdenden Preisschlacht unter den Mobilfunkanbietern. One hat außerdem kürzlich im Zuge der Auslagerung des gesamten IT-Infrastrukturbetriebs auch 28 Mitarbeiter an den IT-Dienstleister Siemens Business Services (SBS) abgegeben. (APA)

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