Boom bei Windkraft abrupt gestoppt

4. Februar 2005, 11:13
4 Postings

Anlagenbetreiber warten auf Verordnung

Wien - Das Interesse an der Errichtung neuer Windparks hat sich abgekühlt. Nach einem Schwung von Ansuchen, die Ende 2004 in der Hoffnung auf rasche Genehmigung bei den zuständigen Landesbehörden eingegangen sind, ist jetzt Flaute.

"Es gibt einen rechtsfreien Raum; niemand weiß, wie es weitergeht und wie die Konditionen künftig sein werden", heißt es bei der IG Windkraft.

Wann die neuen Einspeisetarife verordnet werden, ist offen. Die alte Verordnung, die den Windkraftbetreibern für jede kWh Strom eine durchschnittlich Vergütung von 7,58 Cent auf 13 Jahre garantiert, ist Ende 2004 ausgelaufen.

Da das geplante, weniger attraktive Ökostromgesetz vor Weihnachten nicht zustande kam, muss nun wieder auf Verordnungen zurückgegriffen werden.

"Arbeiten auf Hochdruck"

"Wir arbeiten mit Hochdruck", hieß es im Büro von Wirtschaftsminister Martin Bartenstein auf STANDARD- Anfrage. Das Problem sei aber, dass in der Causa das Einvernehmen mit dem Landwirtschafts-, Sozial- und Justizminister gefunden werden muss.

Die Zuschlagsverordnung hingegen ist schon zum 30. Dezember 2004 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht worden. Der von den Haushalten über die Stromrechnung zu zahlende Zuschlag zur Finanzierung des Ökostroms ist von 0,22 Cent auf 0,30 Cent je kWh angehoben worden.

Bei einem Jahresverbrauch von 3500 kWh entspricht das einer durchschnittlichen Verteuerung des Ökostromzuschlags um einen auf 19 Euro. (Günther Strobl, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20.01.2005)

Share if you care.