SPÖ fordert Schulausschuss

21. Februar 2005, 13:34
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Auch die FPÖ will die Zweidrittelmehrheit in Bildungsfragen aufgeben - ÖH lehnt Eignungstests für LehrerInnen ab, sie seien "unnütz"

Wien - SP-Chef Alfred Gusenbauer will einen parlamentarischen Unterausschuss einsetzen, der bis Juli die Grundlagen für eine umfassende Schul- und Bildungsreform erarbeiten soll. Der Ausschuss könnte bereits im Februar seine Arbeit aufnehmen. Grundsätzlich sprach sich der SP-Chef erneut dafür aus, die Zweidrittelmehrheit bei Schulthemen aufzugeben und so mehr Flexibilität zu ermöglichen. Positiv sei anzumerken, dass sich die ÖVP in Bildungsfragen offenbar zu bewegen beginne.

Nichts Neues

In der Schulfrage hat die SPÖ nichts neues im Köcher: Die Ganztagsschule müsse ausgebaut, die individuelle Begabungsförderung intensiviert und die Lehrerausbildung umfassend reformiert werden. Gusenbauer glaubt zwar nicht, dass die österreichischen Lehrer alle schlecht seien - allerdings entspreche die Ausbildung nicht mehr den Anforderungen.

Gemeinsame Schule der Zehn-bis Vierzehnjährigen

Auch die FPÖ meldete sich mit einem eigenen Schulkonzept zu Wort. Staatssekretär Karl Schweitzer tritt für eine gemeinsame Schule der Zehn-bis Vierzehnjährigen mit anschließendem Berufsfindungsjahr statt des Polytechnikums ein. Auch er fordert wie Gusenbauer die Abschaffung der Zweidrittelmehrheit bei Schulgesetzen. Lehrer will Schweitzer pädagogisch und didaktisch besser ausbilden sowie zu "einem Mindestmaß an Fort- und Weiterbildung" verpflichten.

ÖH lehnt Eignungstest ab

Die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH) lehnt Eignungstests für angehende Lehrer, wie sie die ÖVP vorschlägt, dagegen ab. An den Pädagogischen Akademien (Pädaks) gebe es bereits solche Aufnahmeprüfungen, doch diese hätten sich nach Aussage der Mehrzahl von Lehrenden und Studierenden als nutzlos erwiesen. Stattdessen fordert die ÖH ein "verpflichtendes Praktikum mit begleitender Reflexion ein, um den Studierenden bei ihrer Entscheidungsfindung hin zu einem pädagogischen Beruf zu helfen".

(DERSTANDARD, Printausgabe, 20.1.2005)

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