Ausländerfeindlicher Wahlkampf befürchtet

7. Februar 2005, 19:23
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Minderheiten-Vertreter befürchten negative Auswirkungen auf Integrationsprozess

Kopenhagen - Repräsentanten von Einwanderern in Dänemark befürchten, dass die Ausländer im angelaufenen Wahlkampf für die für 8. Februar angesetzten Neuwahlen zum Parlament zum heißen Thema werden könnten. "Ich kenne einige Einwanderer, die es vorziehen, ins Ausland auf Urlaub zu fahren, um sich nicht die Debatten anhören zu müssen", zitierte die Kopenhagener Gratis-Zeitung "MetroXpress" (Mittwoch-Ausgabe) den Vorsitzenden des Rates für ethnische Minderheiten, Sükür Ertosun.

Auch andere Ausländervertreter glauben, dass sich der knapp dreiwöchige Wahlkampf auf das Thema Ausländer konzentrieren und sich somit negativ auf den Integrationsprozess in Dänemark auswirken könnte. Die Einwanderer fürchteten sich schon jetzt vor dem Ton der Auseinandersetzungen, so Einwanderer-Berater Fahmy Almajid.

Es scheint auf der anderen Seite aber auch Hoffnungsschimmer für die Einwanderer zu geben: Die Boulevardzeitung "B.T." berichtete etwa am Mittwoch, dass die an der Regierung von Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen beteiligten Konservativen bei einem entsprechenden Wahlergebnis nicht abgeneigt seien, die Zusammenarbeit mit der offen ausländerfeindlichen Dänischen Volkspartei unter ihrer Chefin Pia Kjaersgaard zu beenden und stattdessen eine Annäherung an die Linksliberalen ("Radikale") anzustreben, um leichter Steuerreformen durchführen zu können.

Offiziell verkündeten nach der Ausrufung der Neuwahlen am Dienstag sowohl der rechtsliberale Regierungschef Fogh Rasmussen als auch Konservativen-Chef Bendt Bendtsen, eine Fortsetzung ihrer Koalition mit Unterstützung der Dänischen Volkspartei anzustreben. (APA/Ritzau)

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