Österreichische Musikindustrie will auch im Jahr 2005 hart durchgreifen

22. Februar 2005, 12:31
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Erste Erfolge: Legale Download-Angebote sind bekannt, auch das Wissen über Urheberechtsschutz ist gestiegen

Die österreichische Musikwirtschaft vertreten durch die IFPI (Verband der Österreichischen Musik Wirtschaft) wird ihre auf zwei Eckpfeilern basierende Strategie im Kampf gegen illegales Filesharing fortsetzen: Unterstützung legaler Online-Dienste einerseits und Bekämpfung von Musikpiraterie andererseits. Neben der „Aktion scharf“ gegen Raubkopierer im Internet wird es in 2005 zusätzliche Informationsangebote vor allem für junge musikinteressierte Internet-User geben.

Startjahr für legale Download-Angebote

Das Jahr 2004 wird von der Musikwirtschaft als das Startjahr für legale Download-Angebote in Österreich bezeichnet. Mit AON Musicdownloads, chello musiczone, myCokeMusic, Apple iTunes und MSN Music gibt es nun fünf Dienste, die deutlich mehr als 700.000 Songs zum Download anbieten. Die Anzahl der registrierten User hat sich im Verlauf eines Jahres verdreifacht und liegt nun bei über 100.000 Usern.

Download-Angebote sind bekannt

Die Österreicher sind im europäischen Vergleich am besten über legale Download-Angebote und ebenso über den Schutz des geistigen Eigentums im Internet informiert. Das sind die Ergebnisse einer GfK-Studie, die in Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Österreich im Dezember 2004 durchgeführt wurde.

Bei den unter 30-jährigen, der Hauptzielgruppe des legalen Downloadmarktes, sind 74 Prozent über die legalen Online-Shops informiert (Europa-Durchschnitt: 47 Prozent). 46 Prozent der Österreicher aller Altersgruppen wissen, dass Musik im Internet über legale Download-Angebote erworben werden kann (Europa-Durchschnitt: 30 Prozent).

Illegal

Auch bei einem weiteren wichtigen Indikator für die Entwicklung des Online-Musikmarktes liegt Österreich an der Spitze: 8 von 10 Befragten wissen, dass das Bereitstellen von urheberrechtlich geschütztem Material via Upload illegal ist und Musik nicht ohne Zustimmung der Rechteinhaber im Internet verbreitet werden darf (Europa-Durchschnitt: 66 Prozent).

Erste Erfolge

Das gestiegene Wissen über den Urheberechtsschutz und die hohe Bekanntheit legaler Download-Angebote sollen auch auf die mehrmonatige intensive Informations- und Aufklärungskampagne der Musikwirtschaft und auf die im Oktober 2004 gestartete „Aktion scharf“ gegen das Raubkopieren im Internet zurückzuführen sein, freut sich die IFPI in einer Presseaussendung.

3,9 Millionen Österreicher sind aktive Internet-Nutzer und fast 4 von 10 Internet-Haushalten verfügen laut Austrian Internet Monitor über einen Breitband-Anschluss.(red)

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IFPI

Nachlese

"Ab heute ist es anders" – "Aktion scharf" der Musikwirtschaft: Rechtliche Schritte gegen 100 österreichische Tauschbörsenuser

"Die hartnäckigeren Fälle brauchen halt ein paar auf die Finger – das sind die Klagen" -Universal-Chef Hannes Eder spricht im WebStandard- Interview über illegale Downloads, Fehler der Musikindustrie und den iPod

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    foto: standard/christian fischer
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