Neues Anti-Tauschbörsen-Gesetz vor Verabschiedung

17. Februar 2005, 16:26
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Kalifornien will Hersteller von P2P-Software vor Gericht bringen können, wenn diese dem Tausch kein Ende machen

Ein Gesetzesentwurf zum Thema Online-Tauschbörsen der kalifornischen Behörden soll nun bald in geltendes Recht umgewandelt werden. Der Gesetzesentwurf sieht vor, dass Hersteller von File-Sharing-Software mit Gefängnisstrafen zu rechnen haben, wenn sie den Tausch kopiergeschützter Musik oder Videos über ihre Software nicht stoppen.

Gegen Kazaa und eDonkey

Der Gesetzesentwurf richtet sich damit gegen die Hersteller von Tauschbörsen-Clients wie etwa Kazaa, eDonkey oder Morpheus. Sollte der Gesetzesentwurf geltendes Recht werden, könnten Anbieter von P2P-Systemen mit bis zu 2.500 Dollar pro User oder einer einjährigen Gefängnisstrafe zu rechnen haben sofern sie nicht "mit größter Sorgfalt" gegen den Tausch von kopiergeschütztem Material oder auch Kinderpornos vorgingen.

Kritik

Die Hersteller von Peer-to-peer Software und deren Befürworter haben kurz nach Bekanntwerden des Gesetzesentwurfs heftige Kritik geübt. Ein derartiges Gesetz würde eine Gefahr für technische Innovationen bringen und zudem gegen die Verfassung verstoßen. So meint etwa Mike Weiss, CEO vom Morpheus-Hersteller StreamCast Networks, dass "die Behörden nicht auf die Fakten geschaut hätten, sondern einfach viele Unternehmen, die Jobs und wirtschaftlichesWachstum nach Kalifornien gebracht hätten, zu kriminellen Organisationen abstempelt".(red)

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