Und jetzt: Die neue "Herzlichkeit"

11. Februar 2005, 15:48
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Trotz "schmerzlicher" Austrittszahlen: Schönborn schöpft Hoffnung

Über 400.000 Kirchenaustritte in den vergangenen zehn Jahren seien "sehr sehr schmerzlich", erklärte der Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn, unter Vorwegnahme der fatalen Statistiken der letzten Tage bereits am Sonntag.

Im Rahmen der von Radiokulturhaus, Ö1 und dem STANDARD veranstalteten Reihe Zeitgenossen im Gespräch machte er kein Hehl daraus, dass das "Spektakel", das die österreichische Kirche in ebendiesen zehn Jahren etwa mit den Unruhen rund um Kardinal Groër und Kurt Krenn abgegeben habe, auch für ihn "zeitweilig ein Albtraum" war: "Dieses Kapitel ist aber hoffentlich abgeschlossen." Jetzt gehe es wieder um "spirituelle Vertiefung".

Erste Indizien dafür will Schönborn in oberen Kirchenkreisen bereits ausgemacht haben - in der Bischofskonferenz etwa herrsche nach der "Verbittertheit" der letzten Jahre "einfach wieder ein sehr herzliches Klima untereinander". Auf die Frage, ob dies möglicherweise mit der Abwesenheit von Kurt Krenn zusammenhänge, meinte der Kardinal: "Ich möchte das nicht so personalisieren, obwohl natürlich immer auch alles personal ist." Und: "Ich glaube schon, dass jetzt wieder eine größere Solidarität, eine größere Gemeinsamkeit da ist. Es sind auch die Bischofsernennungen nicht mehr Paniksituationen für die Gläubigen - hoffentlich." (cp/DER STANDARD; Printausgabe, 19.1.2005)

Ausführliche Auszüge des Gesprächs - etwa zur Position der Kirche im Gedankenjahr 2005, zur neuen österreichischen Verfassung oder zu den jüngsten Debatten rund um die umstrittene mögliche Seligsprechung von Papst Pius XII lesen Sie am Donnerstag im STANDARD. Das Gespräch wird am selben Tag um 21.03 in Ö1 übertragen.
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