Treffpunkt Textwurst

16. Februar 2005, 13:34
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Nach Barbara Rett nun Erna Cuesta - Die Miesmacherprophezeiung "etwas Besseres kommt selten nach", scheint auch hier zuzutreffen ...

Treffpunkt Textwurst Als bekannt wurde, dass sich ORF-Kultur-Lady Barbara Rett eine Auszeit aus dem Treffpunkt Kultur nehmen wollte, hegten wohl nicht wenige Seher die Hoffnung, dass dem betulichen Geplänkel und dem affirmativen Geplätscher, das ihre Präsentation oft so lähmend erscheinen ließ, eine lebendigere und etwas kritische Interimsbesetzung folgen könnte.

Sagen wir so: Für ein endgültiges Urteil ist es sicher noch zu früh. Aber nach zwei Treffpunkten mit Erna Cuesta als Gastgeberin muss man feststellen, dass der von Zynikern als "Morbus Rett" bekannte Stil, eitlen Gästen viel Platz für ihre Selbstdarstellung zu bieten und so den eigentlichen Anlass ihrer Anwesenheit schwer zu vernachlässigen, auch mit neuer Moderation fröhliche, also grausame Urständ' feiert.

Als Cuesta am Montagabend den Regisseur Hubert Sauper als Studiogast begrüßte, um mit ihm über seinen Film Darwin's Nightmare zu parlieren, gab sie das Heft überhaupt ganz aus der Hand. In Folge war man Zeuge, wie Sauper minutenlang enden wollend monologisierte.

Vergeblich wartete man auf Zwischenfragen, die den nicht gerade fesselnden Vortrag ihres Gastes unterbrechen hätten müssen und seiner Textwurst vielleicht so etwas wie Richtung oder Mehrwert geben hätten können. Der Informationswert des "Gesprächs" war bescheiden.

Also fragte man sich, warum die alte Miesmacherprophezeiung, "etwas Besseres kommt selten nach", auch hier wieder zutreffen zu scheint. Wo die Latte doch ohnehin nicht all zu hoch liegt. (flu/DER STANDARD; Printausgabe, 19.1.2005)

  • Erna Cuesta
    foto: orf

    Erna Cuesta

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