Für eine Stunde kein Internet in Österreich

1. Februar 2005, 14:54
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Illegale Daten: Provider gehen am 25. März 1997 offline

1996 verdoppelt sich die Anzahl der Rechner und verzehnfacht sich die Anzahl der Webserver wie im Jahr davor. Larry Page und Sergey Brinn beginnen die Entwicklung ihrer Suchmaschine Google, die erstmals die Verbindungen zwischen Webseiten analysiert, um die relevantesten Suchergebnisse zuerst reihen zu können.

An der Uni Wien geht der Vienna Internet Exchange in Betrieb, das Herz des Internets in Österreich: An diesem Punkt sind alle Internetprovider zusammengeschalten. Heute sind hier 126 Firmen vertreten und tauschen mehr als fünfeinhalb Gigabit Daten pro Sekunde aus!

Dass Internetprovider jedoch nichts mit dem Inhalt der Daten ihrer Kunden zu tun haben, war 1997 den österreichischen Behörden noch wenig bekannt. Am 20. März beschlagnahmen sie alle Rechner des ISPs ViP, weil ein Kunde im Jahr davor kinderpornografisches Material ausgetauscht haben soll. Um drastisch darauf hinzuweisen, dass Provider nicht für illegale Daten ihrer Kunden haftbar gemacht werden können, schalten alle Provider in Österreich am 25. März ab, es gibt für eine Stunde kein Internet mehr in Österreich! In der Folge verbessert sich das Problemverständnis von Polizei und Justiz. Das Verfahren gegen ViP endet mit einem Freispruch, allerdings erhalten sie keinen Schadenersatz und das Geschäft ist ruiniert.

Teil zehn: Das Internet, wie wir es heute kennen, ist da!

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